Flüchtlinge in Berlin

Senat ergreift Sofortmaßnahmen am Lageso in Berlin

Berichte über hungernde Flüchtlinge in Berlin haben am Montag für Schlagzeilen gesorgt. Nun reagiert die Senatsverwaltung.

Eine Warteschlange am Lageso Anfang Januar

Eine Warteschlange am Lageso Anfang Januar

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Nach Berichten über hungernde Flüchtlinge in Berlin reagiert die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Um die kritische Lage am Lageso zu entspannen, kündigt die Verwaltung drei Sofortmaßnahmen an.

In einer Mitteilung vom Dienstag heißt es, dass Berliner Heimbetreiber eine zentrale Hotline im Lageso erhielten, unter der besondere Härtefälle gemeldet werden könnten.

Außerdem sollen die Abschlagszahlungen für Flüchtlinge fortgeführt werden. Damit sollen laut Mitteilung besondere Härten abgemildert werden. Bereits am Freitag habe die Leistungsstelle des Lageso an 500 Personen, die längere Zeit keine Geldleistungen erhalten hätten, einen Abschlag in Höhe von 100 Euro ausgezahlt, heißt es.

Als dritte Maßnahme seien am Dienstagabend die Heimbetreiber zu einem Gespräch im Lageso eingeladen worden.

Situation im Lageso "besonders angespannt"

Auch eine personelle Aufstockung wird angekündigt. Demnach werde der Leistungsbereich vorübergehend durch Mitarbeiter aus der Erstaufnahmestellte unterstützt.

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In der Mitteilung wird eingeräumt, dass die Situation im Leistungsbereich besonders angespannt sei. Ein hoher Krankenstand habe dazu geführt, dass derzeit nur 200 bis 300 Terminkunden pro Tag bearbeitet werden könnten. Aufgenommen und registriert würden hingegen täglich bis zu 600 Flüchtlinge. In der Erstaufnahmestelle habe sich die Situation dagegen "deutlich entspannt".

Am Dienstag hatte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) eingeräumt, dass es "deutliche Engpässe" bei der Auszahlung von Leistungen gebe. "In einigen Unterkünften gibt es Menschen, die kein Geld haben", sagte Czaja am Dienstag. Helfer der Köpenicker Unterkunft „Allende II“ hatten daraufhin zu Essenspenden aufgerufen.