Dinosaurier

„Jurassic Park“ in Berlin: T-Rex "Tristan" bekommt Kollegen

T-Rex Tristan bekommt einen Kollegen: den Spinosaurier. Die Riesenechsen haben in einem Hollywood-Blockbuster gegeneinander gekämpft.

Eine Szene aus „Jurassic Park III“ von 2001: Der Tyrannosaurus Rex (l.) im Kampf gegen einen Spinosaurus

Eine Szene aus „Jurassic Park III“ von 2001: Der Tyrannosaurus Rex (l.) im Kampf gegen einen Spinosaurus

Foto: dpa Picture-Alliance / United Archives/IFTN / picture alliance / United Archiv

Dino Tristan bekommt Konkurrenz: Vom 9. Februar bis zum 12. Juni ist ein „Spino“ im Berliner Naturkundemuseum zu Gast. Mulmig muss dabei keinem werden, denn Feinde waren die beiden Saurierarten nie. „Steven Spielberg ließ die beiden Raubsaurier im Film zwar gegeneinander angetreten, in der Wirklichkeit sind sich die beiden Riesen jedoch nie begegnet“, beruhigt Museumssprecherin Gesine Steiner.

Nicht nur Kontinente trennten die Giganten. Der Spinosaurus lebte vor 95 bis 100 Millionen Jahren in Nordafrika, Tyrannosaurus rex Tristan stammt aus Nordamerika und ist mit 66 Millionen rund 30 Millionen Jahre jünger als sein Besucher.

Die Rekonstruktion des Spinosaurus-Skeletts ist das Herzstück einer Wanderausstellung, die aus den USA nach Berlin kommt. Die Sonderausstellung ist eine Kooperation von National Geographic mit der University of Chicago. In der kommenden Woche werden die Kisten erwartet. Das Spino-Skelett wird allerdings nicht gleich neben Tristan stehen, sondern zwei Räume weiter, sagt Gesine Steiner. Dafür werde im Museum gerade ein bisschen umgebaut.

Eine Komplett-Rekonstruktion aus Kunstharz

Ein direkter Vergleich mit Berlins neuem Urzeit-Star Tristan verbietet sich auch. Schließlich handelt es sich bei dem T-Rex um ein echtes Skelett – nur der Kopf in vier Metern Höhe wurde aus praktischen Erwägungen für die Ausstellung rekonstruiert. Der echte Schädel ist jedoch auch zu besichtigen und wird von den Forschern im Museum untersucht.

Der Spinosaurus hingegen ist eine Komplett-Rekonstruktion aus Kunstharz. Wie groß sie genau ist, wurde vom Museum noch nicht bekannt gegeben. Ein Spinosaurus wurde in der Regel 12 bis 18 Meter lang und wog sieben bis 20 Tonnen. Der leichtere T-Rex Tristan ist 13 Meter lang, vier Meter hoch und wog lebendig etwa sieben Tonnen.

Bei allen Unterschieden: Die Sonderausstellung „Spinosaurus“ verspricht spannend zu werden. Bei dem Exponat handelt es sich um das weltweit erste Skelettmodell dieses auch „Dornenechse“ genannten Raubsauriers mit dem markanten Rückensegel, über den lange wenig bekannt war.

Dass es überhaupt entstanden ist, ist dem deutschen Paläentologen Ernst Stromer von Reichenbach zu verdanken, der die ersten Knochen dieses Raubsauriers, die 1912 in Ägypten entdeckt wurden, im Jahr 1915 detailliert beschrieb. Ein Glück für die Wissenschaft, denn die Überreste wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Erst in jüngerer Zeit tauchten weitere Überreste dieser Saurierart aus Ägypten und Marokko auf.

Wie ein riesiges Krokodil im Wasser

Die Funde lassen Rückschlüsse auf die Lebenswelt in Nordafrika vor Millionen von Jahren zu, über die die Ausstellung mit Originalfossilien, lebensnahen Rekonstruktionen und Geschichten berichtet und so ein Bild einer lange vergangenen Zeit zeichnet, als es in der Wüste noch Wasser gab. „Der Spinosaurus sah mit seinem langen Schädel aus wie ein riesiges Krokodil und lebte im und am Wasser“, sagt Gesine Steiner. „Auf seinem Speisplan standen auch Fische.“

Das besondere Merkmal war das Segel oder der Muskelkamm auf dem Rücken, der von etwa 1,69 Meter hohen Dornfortsätzen der Rückenwirbel gestützt wurde. Darüber, ob diese Dornen mit Haut zu einer Segelstruktur oder mit Muskeln verbunden waren, gibt es verschiedene Meinungen.

Im Naturkundemuseum freut man sich auf den Spinosaurier. „Bei allen Unterschieden der beiden Riesen – es wird spannend, die Lebensweisen der beiden Raubsaurier zu untersuchen und zu sehen,wie sie sich ihrer jeweiligen Umwelt angepasst haben“, sagt Gesine Steiner. Für die Museumsbesucher soll es voraussichtlich im Mai/Juni spezielle Veranstaltungen zu der Sonderausstellung geben. Details werden noch bekannt gegeben.