Körperwelten in Berlin

Gericht verbietet von Hagens' Menschenmuseum am Alex

Das Berliner Oberverwaltungsgericht hat die Schau "Menschen Museum/Körperwelten" am Alexanderplatz verboten.

Das Berliner Oberverwaltungsgericht hat die Schau "Menschen Museum/Körperwelten" von Leichen-Plastinator Gunther von Hagens am Alexanderplatz verboten.

Im Urteil heißt es: "Nach der Auffassung des Oberverwaltungsgerichts fallen die plastinierten Ausstellungsstücke auch nach ihrer Herstellung unter den Begriff der Leiche im Sinne des Berliner Bestattungsgesetzes und unterliegen damit grundsätzlich dem im Gesetz geregelten Ausstellungsverbot."

Dies gelte zwar nicht für wissenschaftliche Präparate. Doch auf diese Ausnahme könne sich das Museum nicht berufen, weil es kein anatomisches Institut sei.

Außerdem könne das Museum für die Austellungsstücke keine Einwilligungen der Körperspender vorweisen. Zwar gebe es Spendenerklärungen, die Plastinate seien aber nicht so gekennzeichnet, dass eine "Rückführung auf den jeweiligen Spender und seine Einwilligungserklärung" ermöglicht werde.

Bei Facebook sorgte das Urteil des Gerichts für kontroverse Diskussionen. Viele Morgenpost-Leser sehen das Urteil kritisch.

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Bezirk ging in Berufung

Das Oberverwaltungsgericht befasste sich in der Berufungsinstanz mit einer früheren Entscheidung des Verwaltungsgerichts.

Dessen Richter hatten geurteilt, dass das Museum nicht gegen das Bestattungsgesetz verstoße und damit keine Genehmigung brauche. Der Bezirk war daraufhin in Berufung gegangen.

Menschenmuseum zeigt plastinierte Leiche von Körperspendern

In dem Museum werden plastinierte Leichen von Körperspendern gezeigt. Der Bezirk lehnte dies ab und will die Schau am Fernsehturm seit Bekanntwerden der Eröffnungspläne Ende 2014 stoppen. Er unterlag mehrfach vor Gericht, auch bei zwischenzeitlichen Eilverfahren.

Das Museum wurde im Februar eröffnet und hatte seitdem nach eigenen Angaben rund 160.000 Besucher. Auch die Ausstellung „Körperwelten“ wurde seit dem Jahr 2001 mehrfach in Berlin gezeigt - ohne Einwände der Behörden.

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