Brandenburg

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mann wegen Nazi-Tattoo

Ein Mann hatte in einem Bad sein KZ-Tattoo präsentiert. Jetzt wird gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt. Er soll NPD-Mitglied sein

Nach dem Rauswurf eines Mannes mit Nazi-Tattoo aus einem Spaßbad in Oranienburg (Oberhavel) ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen nicht mehr gegen Unbekannt, sondern gegen eine bestimmte Person. Es geht um den Verdacht der Volksverhetzung, wie eine Sprecherin der Neuruppiner Behörde sagte.

Informationen der „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN), wonach es sich um ein NPD-Mitglied handeln soll, wollte die Sprecherin nicht kommentieren. Nach Angaben der PNN soll Marcel Z. für die rechtsextremistische NPD im Kreistag Barnim sitzen und Gemeindevertreter in Panketal sein.

In der vergangenen Woche hatte die Zeitungen „B.Z.“ und Bild berichtet, dass einem Mann das Tattoo eines weiteren Badegastes mit der Aufschrift „Jedem das Seine“ samt Umrissen eines Konzentrationslagers auffiel. Der Satz stand am Haupttor des früheren Konzentrationslagers Buchenwald. Der Mann sei des Bades verwiesen worden. Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen auf.

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Die Brandenburger Landtagsabgeordnete Margitta Mächtig (Die Linke) sagte dem Sender RBB, das Tragen und zur Schau stellen der Tätowierung sei "moralisch und politisch zu verurteilen." Aus ihrer Sicht sei es aber unklar, ob der Mann auch juristisch verurteilt werden kann. Das Tattoo selbst sei nicht rechtswidrig, wohl aber, es aber öffentlich zu präsentieren.

Staatsanwältin Lolita Lodenkämper sagte, das Tragen der Tätowierung erfülle den Straftatsbestand der Volksverhetzung. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Haft.