Flüchtlinge

Schulsporthalle in Neukölln wird Flüchtlingsunterkunft

Stefan Kirschner
Ein Flüchtling sitzt am im August in Ellwangen (Baden-Württemberg) in einer Turnhalle in der Flüchtlinge untergebracht sind. In Berlin werden nun auch Schulsporthallen als Notunterkünfte genutzt.

Ein Flüchtling sitzt am im August in Ellwangen (Baden-Württemberg) in einer Turnhalle in der Flüchtlinge untergebracht sind. In Berlin werden nun auch Schulsporthallen als Notunterkünfte genutzt.

Foto: Wolfram Kastl / picture-alliance/ ZB

Die Bezirksbürgermeisterin spricht von einer inakzeptablen Situation, wenn Schul- und Vereinssport auf unabsehbare Zeit nicht stattfänden.

Eigentlich sollen Schulsport-Turnhallen ja nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Weil aber die Unterbringung in Berlin immer schwieriger wird, hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) nach Angaben des Bezirksamts Neukölln am Montagnachmittag die „sofortige Bereitstellung einer Halle durch den Bezirk angefordert“.

Vier Stunden später stand demnach die Doppelstockhalle am Buckower Damm, die normalerweise für den Schulsport des Leonardo-da-Vinci Gymnasiums und der Heinrich-Mann-Sekundarschule und den Vereinssport genutzt wird, zur Verfügung. Das Bezirksamt „hat um 20 Uhr die Halle an den Träger apardo übergeben, der vom Lageso als Betreiber beauftragt worden ist“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Bezirksamtes.

Sportler helfen beim Aufbau der Schlafplätze mit

Gegen 22 Uhr seien die Flüchtlinge mit Bussen aus Bayern und aus Moabit angekommen, darunter seien 30 bis 40 Kinder und mehrere Familien gewesen, „fast alle aus Syrien“. Die Flüchtlinge wurden zunächst mit Matten, Bettzeug und Essen versorgt, bei der Einrichtung der Schlafplätze und der Erstversorgung hatten die Handballer des SV Buckow, die kurz zuvor ihr wahrscheinlich vorerst letztes Training in der Halle absolviert hatten, mitgeholfen.

Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) dankte den Sportlern, kritisierte aber die Gesamtsituation: „Als Bezirk haben wir innerhalb weniger Stunden auf die neue Situation reagiert, aber es ist eine absolut inakzeptable Situation, wenn Schul- und Vereinssport auf unabsehbare Zeit nicht stattfinden kann und Flüchtlinge aus der Not heraus unter derartigen Bedingungen untergebracht werden.“

Der Senat müsse endlich entschlossener auf die akute Notlage reagieren. Vorhandener Wohnraum müsse nutzbar gemacht werden, außerdem sollten so schnell wie möglich mobile Unterkünfte für Flüchtlinge realisiert werden, sagte Giffey.

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