Bauprojekt Lichterfelde

Parks Range – Bürgerbegehren scheitert trotz Zuspruch

Die Bürgerinitiative gegen die Bebauung des Geländes in Lichterfelde sammelt die nötigen Unterschriften – doch zu viele sind ungültig.

Auf dem einstigen Militärareal sollen Wohnungen samt Erholungsflächen entstehen (Simulation). Kritikern ist die Bebauung zu dicht

Auf dem einstigen Militärareal sollen Wohnungen samt Erholungsflächen entstehen (Simulation). Kritikern ist die Bebauung zu dicht

Foto: Groth Gruppe

Das Bürgerbegehren gegen eine dichte Bebauung des früheren US-Truppengeländes Parks Range ist gescheitert. Am Freitag hatte das Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd die erforderliche Zahl von 7000 Unterschriften zur Unterstützung des Anliegens im Prinzip beisammen, mehr als 7200 gingen ein – doch 16 Prozent der abgegeben Unterschriften waren ungültig.

„Leider haben viele ihr Geburtsdatum falsch geschrieben, nur das Jahr oder nur den Monat“, sagte Helmut Schmidt, Sprecher der Initiative. „Wir sind natürlich enttäuscht, denn wir hätten den Schwung der letzten Wochen gern mitgenommen.“

Auf 39 Hektar des rund 100 Hektar großen ehemaligen Übungsgeländes an der Osdorfer Straße will die Groth-Gruppe 2500 Wohnungen errichten, der Rest soll zum Landschaftspark werden. Das Aktionsbündnis forderte mit seinem Bürgerbegehren, mehr Grün zu erhalten. Das Ziel: maximal 1500 Wohnungen auf 16 Hektar Fläche. Anderenfalls drohe Lichterfelde Süd ein Verkehrschaos. Auch auf dem Areal bereits angesiedeltes Gewerbe, das die Planung für Parks Range nicht mehr vorsieht, wollte die Initiative erhalten.

Bündnis schaut dennoch optimistisch nach vorn

Bis zur letzten Minute lagen die Unterschriftenlisten an den neun Sammelstellen – Apotheken, Geschäfte und eine Arztpraxis – aus. Erst nach Geschäftsschluss sammelten Vertreter des Bündnisses die Listen ein und zählten die Unterschriften. Trotz der ärgerlichen Pleite konnte Schmidt der Aktion auch etwas Positives abgewinnen. „Wir sind froh, dass wir viele Menschen aus dem Bezirk erreicht haben und wollen auch in Zukunft weiter mitmischen.“

Das Bündnis habe bereits Erfolge erzielt. Schmidt verwies darauf, dass die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bereits beschlossen hat, für das Wohnungsbauprojekt der Groth-Gruppe ein unabhängiges Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben. Auch das Bezirksamt habe erkannt, dass es sich in die Planungen einmischen müsse.

Mitte Oktober hatten die Initiatoren bereits 6155 Unterschriften beim Wahlamt eingereicht. Doch schon damals wurden nur 5127 als gültig anerkannt. Vor allem deshalb war Bündnis-Sprecher Schmidt vorab unsicher, ob weitere 1873 gültige Stimmen gesammelt werden könnten. Wäre dies gelungen, hätte das Aktionsbündnis einen Bürgerentscheid einleiten können, für den dann der Zuspruch von 20.000 Steglitz-Zehlendorfern notwendig gewesen wäre. Dann hätte sich auch die BVV mit den Forderungen befassen müssen. Der Bürgerentscheid hätte nur empfehlenden Charakter gehabt.

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