Steglitz

Kündigung für Berliner Demenz-WG vorerst ausgesetzt

Die sieben Senioren aus Steglitz können bis Jahresende in ihrer WG bleiben. Der Investor will bis dahin ein neues Angebot machen.

 Demenz -G. in Steglitz: Die Senioren dürfen vorerst bleiben

Demenz -G. in Steglitz: Die Senioren dürfen vorerst bleiben

Foto: Reto Klar

Die Bewohner der Wohngemeinschaft für demente Senioren in Steglitz und ihre Angehörigen können erstmal Luft holen. Der Eigentümer des Hauses, die Esplanaden Berlin Holding A/S mit Sitz in Dänemark, hat die Kündigung der WG am Donnerstagnachmittag zunächst ausgesetzt. Das teilte Klaus Pawletko, der Geschäftsführer des Vereins Freunde alter Menschen, der die WG an der Albrechtstraße betreibt, nach einem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Holding, Niels Peter Nielsen, in Berlin mit.

„Der Protest gegen die Kündigung und die vielen Nachfragen haben offenbar Wirkung gezeigt“, so Pawletko. Nielsen hätte dem Verein mündlich zugesichert, bis zum Jahresende einen neuen Vertrag zu schicken. Wie das neue Angebot aussehen wird, weiß Pawletko jedoch nicht. „Die Kuh ist noch nicht vom Eis.“ Pawletko geht davon aus, dass die Dänen eine höhere Miete verlangen werden, ob die dann für die alten Menschen und ihre Angehörigen bezahlbar sei, bleibe offen.

Wie berichtet, kämpft der Verein vor dem Amtsgericht Schöneberg darum, dass der Mietvertrag für die WG als Wohnungsmietvertrag und nicht als Gewerbe eingestuft wird, wie ihn der Investor sieht. Erst dann könne man eine bezahlbare Miete aushandeln. In einer ersten Einschätzung habe das Amtsgericht ihnen jedoch nicht viel Hoffnung gemacht, so Pawletko. Das letzte Wort sei aber lange nicht gesprochen. Angesichts der zunehmenden Zahl von Alten-WGs, müsse diese Frage dringend juristisch geklärt werden.

Gegen die Kündigung der Steglitzer Senioren-WG hatten innerhalb weniger Tage rund 70.000 Menschen in einem Aufruf protestiert.