Deutsche Einheit

Ein gemeinsamer Wandel der freien Völker macht alles möglich

US-Botschafter John B. Emerson würdigt das deutsch-amerikanische Verhältnis in den vergangenen 25 Jahren.

Ausgelassen feiern  Menschen in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Brandenburger Tor in Berlin die deutsche Wiedervereinigung

Ausgelassen feiern Menschen in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Brandenburger Tor in Berlin die deutsche Wiedervereinigung

Foto: dpa Picture-Alliance / Fotoreport / picture-alliance/ dpa

Eines der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Geschichte war, nach Jahrzehnten des Krieges, der Teilung und des Aufbaus und Falls ideologischer und physischer Mauern, die Wiedervereinigung des Landes im Oktober 1990.

Seither hat sich Deutschland gewandelt. Heute ist es einer der stärksten Bündnispartner der Vereinigten Staaten, ein unverzichtbarer und bedeutender Partner für die Schaffung eines „geeinten, freien und friedlichen Europas“.

Die Vereinigten Staaten können sich auf Deutschland als entscheidender Akteur inner- und außerhalb Europas verlassen, der globale Sicherheit und globalen Wohlstand fördert und die Würde und Menschenrechte aller Völker verteidigt.

Eine enge Zusammenarbeit der Partner in Afghanistan

In Afghanistan arbeiten deutsche Diplomaten, Entwicklungshelfer und Soldaten trotz andauernder Herausforderungen weiter mit ihren afghanischen und Nato-Partnern zusammen, um Sicherheit, Regierungsführung und wirtschaftliche Entwicklung in diesem Land zu fördern.

Deutschland hat mit den Vereinigten Staaten und der E3+3-Gruppe auf ein historisches Atomabkommen mit Iran hingearbeitet und beweist damit erneut, dass Diplomatie bedeutsamen Wandel vollbringen kann, wenn Teheran seine Verpflichtungen einhält.

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Deutschland engagiert sich für den Friedensprozess im Nahen Osten, indem es irakische Kurden für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz ausrüstet und ausbildet und eng mit den Vereinigten Staaten und anderen zusammenarbeitet, um den Zustrom ausländischer Kämpfer zu unterbinden.

Klimawandel, Flüchtlingskrise

Während der deutschen G-7-Präsidentschaft 2015 war der Klimawandel ein Schwerpunktthema, und die Führungsstärke des Landes wird auch im Vorfeld der Klimakonferenz im Dezember in Paris von großer Bedeutung sein. Auch in der Flüchtlingskrise in Europa übernimmt Deutschland eine Führungsrolle.

Bei der Bearbeitung der vielen Flüchtlingsfälle gehen die deutschen Regierungsvertreter überaus professionell und mitfühlend vor: Die Bundeswehr hat über 8000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet und die Tausenden Flüchtlinge, die hier ankommen, werden von den deutschen Bürgerinnen und Bürgern herzlich begrüßt.

Friedlichere, gerechtere und wohlhabendere Welt

Gemeinsam arbeiten wir auf eine friedlichere, gerechtere und wohlhabendere Welt hin. Die weitreichenden wirtschaftlichen Verbindungen innerhalb der transatlantischen Gemeinschaft basieren auf unserer Überzeugung, dass die Vereinigten Staaten wirtschaftlich erfolgreich sind, wenn Europa wirtschaftlich erfolgreich ist und umgekehrt.

Diese Logik einer Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren, begründet unser Engagement für die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft, die Einzelpersonen und Familien in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und in der gesamten EU zugutekommen wird.

Ungeachtet unserer unterschiedlichen Erfahrungen, die zu unterschiedlichen Ansichten darüber geführt haben, wie man das richtige Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit findet, sind unsere beiden Länder durch einen außergewöhnlichen Kooperationsgeist und gemeinsame Werte sehr eng miteinander verbunden. Unser Erfolg wird davon abhängen, ob wir unseren Idealen trotz der erwähnten Herausforderungen gerecht werden können.

Mauern niederreißen

Ein tiefes und beständiges Engagement für demokratische Werte hat die Bürgerinnen und Bürger Ostdeutschlands im Herbst 1989 dazu angetrieben, die Mauer niederzureißen, die sie von ihren Familien, Freunden und der freien Welt trennte. Und weniger als ein Jahr darauf wurden die Deutschen im Einklang mit diesen Grundprinzipien wiedervereint.

Während wir also dieser wegweisenden Ereignisse von vor 25 Jahren gedenken, dürfen wir nicht vergessen, welch große Bedeutung der Anstrengung zukommt, diese grundlegenden Werte zu fördern, an die wir alle glauben und die wir zu schätzen wissen.

Alles ist möglich, wenn sich freie Völker gemeinsam für Wandel einsetzen.

John B. Emerson ist seit 2013 Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland.

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