VBB

So teuer wird Bus- und Bahnfahren in Berlin

Vor allem Stammkunden von BVG und S-Bahn müssen sich für 2016 auf höhere Tarife einstellen.

In Berlin steigen zum 1. Januar 2016 die Ticketpreise. Das beschloss der Aufsichtsrat des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am Mittwoch. Im Durchschnitt steigen die Preise um 1,84 Prozent, laut VBB ist das die niedrigste Steigerungsrate seit 1999. Zu Jahresbeginn lag sie bei 2,3 Prozent.

Teurer wird das Fahren mit Bus und Bahn vor allem für die Käufer von Monats- und Jahreskarten. Der Preis für die Monatskarte AB steigt um knapp zwei Prozent auf 81 Euro. Für die Jahreskarte mit monatlicher Abbuchung werden 761 Euro (+ 2,8 Prozent), mit jährlicher Abbuchung 728 Euro (+ drei Prozent) fällig.

Auch Fahrradfahrer müssen höhere Ausgaben einplanen. Der Einzelfahrausweis Fahrrad AB verteuert sich um zehn Cent auf 1,90 Euro.

Immerhin: Die Preise für Einzelfahrscheine bleiben unverändert – mit Ausnahme bei der Kurzstrecke. Diese kostet ab nächstem Jahr 1,80 Euro statt 1,70 Euro.

Kritik von Politik und Fahrgastverband

Der Berliner Abgeordnete Stefan Gelbhaar (Grüne) bewertet die Tariferhöhung als "Fehlentscheidung". Es gebe keinen Grund dafür, da sich die die Zahlen bei BVG und S-Bahn positiv entwickelten, zudem würden die Energiepreise sinken.

Der Berliner Fahrgastverband Igeb kritisiert, dass vor allem die Stammkunden belastet werden, jene Vielfahrer also, die besonders stark auf öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Zudem seien die Leistungen der Verkehrsunternehmen in den letzten Monaten "mangelhaft" gewesen.

Der VBB rechtfertigt die Preiserhöhung mit dem sogenannten "Indexverfahren", nach welchem die Steigerung ermittelt wird. Der Index setzt sich zu 83 Prozent aus der Inflationsrate sowie zu jeweils 8,5 Prozent aus den Kraftstoff- und Strompreisen zusammen.

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