Besetzung von Hallen

Leichtathletik-Verband warnt vor Folgen für den Sport

Der Berliner Leichtathletik-Verband warnt vor negativen Folgen für den Berliner Sport. Vor allem brauche es eine bessere Kommunikation.

Flüchtlingskinder spielen in einer großen Sporthalle am Olympiapark in Charlottenburg

Flüchtlingskinder spielen in einer großen Sporthalle am Olympiapark in Charlottenburg

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Der Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) sieht negative Konsequenzen für den Berliner Sport wegen der Nutzung von Hallen als Flüchtlingsunterkünfte. Deshalb fordere man den Senat zu einer besseren Kommunikation auf, so der Verband in einer Mitteilung.

„Natürlich müssen und wollen auch die Leichtathleten in Berlin ‘Opfer’ bringen, eine Politik des „ja- aber nicht bei uns“ lehnen wir aus vollem Herzen ab“, heißt es. „Was für uns aber schwer zu akzeptieren ist, ist das Versagen in der Kommunikation. So nehmen wir die Sportler nicht mit und verschlechtern eine Stimmung, die noch von Verständnis und Hilfe geprägt ist.“

Negative Folgen für den Sport habe etwa die Nutzung des Horst-Korber-Sportzentrums als Flüchtlingsunterkunft. Es handele sich dabei um „ein von zwei Bundesleistungsstützpunkten des Verbandes“ und sei „überfallartig“ besetzt worden. Das sei ein Problem, weil dort „schwerpunktmäßig Berlins Sprinter und Springer mit speziellen, nur hier vorhandenen Gerätschaften“, trainierten und sich auf die Hallensaison mit der Hallen-WM und die Olympischen Spiele in Rio vorbereiteten.

Geräte in zweiter Halle gesichert

„Natürlich stellt der BLV seine Halle, auch unter Schmerzen, zur Verfügung, wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt. Eine Spezialhalle mit hydraulisch erhöhbarer Rundbahn gibt es sonst nicht in Berlin. War dies die einzige Möglichkeit? Wir fordern deshalb: Sprecht mit dem Sport!“, heißt es weiter.

Im zweiten Stützung, dem Sportforum in Hohenschönhausen, sicherten Trainer bereits Geräte für den Fall, dass auch dort eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden soll. „Wenn diese Halle auch noch ausfällt, ist der Berliner Leistungssport im Kern getroffen“, so der Verband. „ Für unsere Spitzensportler ist Ihre Berufsmöglichkeit damit im wichtigen olympischen Jahr existentiell eingeschränkt.“

Zuvor hatte bereits der Landessportbund Berlin Kritik an der Praxis geübt, weitere Turnhallen zu Flüchtlingsunterkünften umzuwandeln.