Die Queen in Berlin

Wie Wowereit den letzten Besuch der Queen in Berlin erlebte

Vor elf Jahren, im Jahr 2004, besuchte Queen Elizabeth II. das letzte Mal Berlin. Im Interview erinnert sich Klaus Wowereit an die Begegnung.

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Queen Elizabeth II. war schon häufiger in Berlin: insgesamt sechs Mal. Vor elf Jahren, im Jahr 2004, kam sie zum bislang letzten Mal in die deutsche Hauptstadt. Damals fuhr sie, gekleidet im azurblauen Mantel, sogar S-Bahn.

Mit einem Panoramazug ging es vom Ostbahnhof nach Potsdam, begleitet wurde sie vom damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. In Potsdam stieß dann noch Ministerpräsident Matthias Platzeck dazu. Wowereit erinnert sich noch gut an den königlichen Besuch.

Berliner Morgenpost: Der letzte Besuch der Queen ist schon elf Jahre her. Erinnern Sie sich überhaupt noch daran?

Klaus Wowereit: Selbstverständlich. So einen Besuch vergisst man nicht. Es war ein besonders schöner Besuch.

Man muss ja bestimmte Verhaltensweisen beachten, wenn man die britische Königin trifft. So darf man sie nicht anfassen. Durften Sie?

Die Queen ergreift die Initiative. Also sie schüttelt die Hand. Dann ist das möglich...

>> Liveticker: Der Besuch der Queen in Berlin <<

Und haben Sie ihr die Hand geschüttelt?

Ja. Mehrmals. Ich habe sie bei dem Besuch ja einige Male getroffen. Beim Staatsakt im Zeughaus, wo es ein offizielles Defilee gab, bei der Fahrt mit dem Panoramazug von Berlin nach Potdam, abends dann bei dem Konzert in der Philharmonie.

Waren Sie vorher aufgeregt? Zu diesem Zeitpunkt waren Sie ja erst seit drei Jahren Regierender Bürgermeister.

Nach drei Jahren als Regierender Bürgermeister hatte ich ja schon viele Staatsbesuche hinter mir. Bei der Queen ist das Protokoll immer ein besonderes, alles ist bis ins Detail geregelt. Aber die Queen hat eine riesige Erfahrung – und strahlt bei solch einem Besuch eine wunderbare Gelassenheit aus. Die Atmosphäre war immer sehr schön. Es gab also keinen Grund, aufgeregt zu sein.

>> Das Programm der Queen in Berlin <<

Was war für Sie der Höhepunkt des königlichen Besuchs?

Die Fahrt mit dem Panoramazug der S-Bahn nach Potsdam. Dabei haben wir sehr viel gesehen – und ich habe die Geschichte und auch die Entwicklung der Stadt gut erklären können.

In diesen Tagen wird in Berlin schon über die Hofberichterstattung in den Medien gelästert. Was bedeutet Ihrer Meinung nach der Besuch der Queen oder auch anderer Vertreter des britischen Königshauses für Berlin?

Der Besuch der britischen Königin und des Prinzen zeigt die Verbundenheit mit Berlin. Die Queen war ja früher schon in Berlin, das erste Mal 1965, also auch zu Zeiten der deutschen Teilung. Die westlichen Alliierten haben die Freiheit und Sicherheit von West-Berlin garantiert. Ein Besuch war deshalb immer auch ein Symbol der Freiheit. Und die Queen ist eine große Persönlichkeit, die auch durch die vielen Jahre ihrer Regentschaft geprägt ist. Sie ist ja selbst eine Person der Zeitgeschichte. Eine beeindruckende.

>> Video - Best of Queen Elizabeth II. <<

Die Queen wird im kommenden Jahr 90 Jahre alt. Was meinen Sie: Wird dies ihr letzter Besuch in Berlin sein?

Ich hoffe, dass die Queen jede Gelegenheit ergreift, nach Berlin zu kommen.

Diesmal werden Sie sie aber nicht treffen?

Doch. Der britische Botschafter hat mich am Donnerstagabend zur Gartenparty in die Botschaft eingeladen. Ich werde mit Jörn dorthin gehen. Ob wir sie sprechen, weiß ich aber nicht. Der Botschafter führt seine Gäste der Queen zu. Ich freue mich jedenfalls sehr über die Einladung.

Und hoffen auf besseres Wetter...

(lacht) Klar. Das wird am Donnerstag schöner.

>> Die Queen in Berlin - Wo die Innenstadt gesperrt ist <<

Und was verbindet Sie mit England? Sie mögen das Land – trotz des vielen Regens – und spielen dort gerne Golf?

Ich habe in England meistens Glück mit dem Wetter gehabt. In der Tat hat die Insel wunderbare Golfplätze. Aber jeder kann für seinen Urlaub ein passendes Angebot finden. Unsere Partnerstadt London bietet viele Sehenswürdigkeiten.

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