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Berlin
Erst das Schloss, dann die Stadt
Der Bau der „Zwing Cölln“ war der Startschuss für die Entwicklung Berlins vom unbedeutenden Weiler zur Metropole. Denn Berlin bekam kein Schloss, sondern rund um das Schloss entwickelte sich Berlin.

Vom Renaissanceschloss über Schlüter-Bau und Palast der Republik bis zum Neubau des Humboldtforums. 1650 – Die Abbildung zeigt das Berliner Schloss und den Lustgarten um 1650, der Kupferstich stammt von Johann Georg Memhardt (gest. um 1678).© pA | akg-images

Das Schloss im Mittelpunkt politischer Ereignisse: Bei revolutionären Straßenkämpfen am 18./19. März 1848 in Berlin schießt die Kavallerie auf das versammelte Volk (Aquarell von F. Mesmer, 1848). Im Hintergrund die im Bau befindliche Schlosskuppel.
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1918 – Die Luftaufnahme zeigt den Schlosskomplex in Berlins Mitte 1918. Wieder steht der Bau im Mittelpunkt der politischen Ereignisse. Am 9. November dankt Kaiser Wilhelm II. ab und verlässt Deutschland. Am selben Tag ruft Philipp Scheidemann die Republik aus.© pA | akg-images

1945: Die Innenstadt von Berlin liegt in Trümmern. Auch das Schloss (Foto mit Dom) ist schwer beschädigt, hätte aber wieder aufgebaut werden können. Doch der Staatsführung der DDR ist das Gebäude nichts als Erinnerung an die Hohenzollern, und sie beschließt…
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…die Ruine aus dem Stadtbild zu entfernen. Ab dem 9. September 1950 wird das Schloss abschnittsweise gesprengt. Dort, wo es stand, werden ein Platz, bedeckt mit Ziegelsplitt, und eine Tribüne für Aufmärsche errichtet. Der Ort wird Marx-Engels-Platz benannt.
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1976: SED-Chef Erich Honecker veranlasst in programmatischem Gestus, den „Palast der Republik“ zu errichten. Der Bau, wegen seiner auffälligen Innenbeleuchtung im Volk auch „Erichs Lampenladen“ genannt, wurde 1976 fertig. Dort tagte unter anderem auch die Volkskammer. © pA/Günter Gueffroy | Günter Gueffroy

1993 beginnt Wilhelm von Boddien, sich intensiv für den Wiederaufbau des Schlosses einzusetzen. Um einen Eindruck des neu zu bauenden alten Gebäudes zu vermitteln, lässt er die Ruine des Republik-Palastes mit einer Plane verdecken, die die Schlossfassade zeigt.
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2002 beschließt der Bundestag den Wiederaufbau des Schlosses. Nach einer bis 2002 erfolgten Asbestsanierung wird der Palast der Republik in den Jahren 2006 bis 2008 abgerissen. Damit ist der lang anhaltende Streit um seine Zukunft unwiderruflich beendet.
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2009: Um die Fläche bis zum Baubeginn zu nutzen, wurde vorübergehend eine riesige Wiese angelegt. Im Hintergrund steht das ehemalige Gebäude des DDR-Staatsrates, heute Sitz der Wirtschaftsschule ESMT, für dessen Bau Elemente des Schlosstores IV verwendet wurden.
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Der Grundstein für das Schloss/Humboldtforum wurde am 12. Juni 2013 gelegt. Die Baustelle im Jahr 2015.
© pA/dpa | Paul Zinken

2016: Interne Protokolle zeigen, was viele befürchten: Stiftungsratmitglieder sind alarmiert über Bauverzögerungen beim Schloss.© dpa | Paul Zinken




