Schwulenrechte

Berliner CDU will Mitglieder über Homo-Ehe abstimmen lassen

Während die Berliner SPD für die Homo-Ehe ist, ziert sich die CDU noch. Parteichef Henkel setzt auf eine Abstimmung unter den Mitgliedern - zu spät für den Bundesrat.

Die Berliner CDU will ihre Mitglieder über die Homo-Ehe abstimmen lassen. Der entsprechende Vorschlag von Landeschef Frank Henkel habe der Landesvorstand auf seiner Sitzung am Freitag mit großer Mehrheit beschlossen, teilte der Landesverband am Abend mit. Das Präsidium wurde mit der Mitgliederbefragung beauftragt, parallel soll eine Kommission eine entsprechende Fragestellung zur Öffnung der Ehe erarbeiten, die den Mitgliedern vorgelegt wird.

Bei der Abstimmung im Bundesrat am 12. Juni wird sich Berlin voraussichtlich trotzdem enthalten. Das CDU-Mitgliedervotum kommt hierfür deutlich zu spät. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zeichnet sich allerdings auch ohne Berlin eine Mehrheit für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe ab.

Die SPD würde sich der Initiative Niedersachsens eigentlich gern anschließen. „Auch wir in Deutschland sollten [...] die komplette Gleichstellung herstellen“, hatte Berlins Regierungschef Michael Müller erklärt. SPD-Chef Jan Stöß hatte betont: „Die Berliner SPD unterstützt 100 Prozent Gleichstellung und die Öffnung der Ehe.“

Meinungen innerhalb der CDU sind geteilt

Eine SPD-Vorlage zur Unterstützung der Bundesratsinitiative war im Senat aber am Votum von Innensenator Henkel gescheitert. Innerhalb der CDU sind die Meinungen geteilt. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stefan Evers sprach sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. „Ich persönlich werbe leidenschaftlich für eine Öffnung der Ehe“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Freitag). Er gehe davon aus, dass es auch in der Berliner CDU eine Mehrheit dafür geben werde. Allerdings sei der Ehebegriff für viele Menschen auch kulturell oder religiös als Verbindung von Mann und Frau geprägt. Darüber müsse in Ruhe und mit Respekt diskutiert werden.

( dpa )