Wochenende

Bahnstreik – An Pfingsten droht der Super-Stau

Der Bahnstreik hat begonnen und wird wohl bis nach Pfingsten dauern. Die Folge: Viele Urlauber steigen auf das Auto um. Experten sehen alle Bedingungen für einen Super-Stau erfüllt.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Wegen des anhaltenden Bahnstreiks drohen nach Einschätzung von Verkehrsexperten zu Pfingsten Stau-Rekorde auf den Straßen. „Alle Zutaten dafür sind da“, sagte Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Der drohende Stillstand auf vielen Bahnstrecken trifft die Autofahrer zu einem besonders ungünstigen Termin: Der Freitag vor dem langen Pfingstwochenende ist laut Schreckenberg schon unter normalen Verhältnissen der staureichste Tag des Jahres. Die meisten Urlauber würden dann in den Kurztrip starten, weil es sich sonst nicht lohne, erklärte Schreckenberg. „Die haben keine andere Wahl.“

Am Nachmittag setze dann auch noch der Berufsverkehr ein, zudem sei der Freitag ohnehin der Wochentag mit dem höchsten Verkehrsaufkommen. Auf die Autofahrer komme ein Szenario zu, das „wir so noch nie hatten“. Auch in und um Berlin und Brandenburg müssen Autofahrer mit deutlich mehr Verkehr und langen Stillstandszeiten auf den Straßen rechnen. Der ADAC warnt sogar vor „extremen Staus“ am Pfingstwochenende. „Gerade in Richtung Nord- und Ostsee muss man mit erheblichen Stillstandszeiten auf den Autobahnen rechnen“, sagte Verkehrsexperte Jörg Becker der Berliner Morgenpost. Dafür sorgen auch Engpässe – hervorgerufen etwa durch Baustellen auf der A19 in Richtung Wittstock und auf der A24 in Richtung Hamburg. Der ADAC-Experte empfiehlt: „Fahren sie nicht am Freitag schon in den Urlaub, sondern am Sonnabend ganz früh – dann gibt es vielleicht eine Chance, besser durchzukommen.“

>> Liveticker - So läuft der Streik der Lokführer <<

Außer bei einer Vollsperrung ist es nach Einschätzung der Verkehrsexperten meist besser, auf der Autobahn zu bleiben, selbst wenn der Verkehr stockt. „Wenn nur zehn Prozent der Autos abfahren, sind die Nebenstrecken meist schon überlastet“, warnt der Forscher. „Mit der Verbreitung von Navis sind die Ausweichrouten noch schneller voll.“ Im Stau bei jeder Lücke die Spur zu wechseln, um vermeintlich schneller voranzukommen – das verursache nur neue Stauwellen. Wären die Menschen kooperativer, ließen sich nach seiner Einschätzung viele Staus verhindern. Denn allen Spurwechseln zum Trotz: „Nach einer halben Stunde sind doch eh immer noch die gleichen Autos neben einem.“ Verkehrsexperte Schreckenberg rechnet auch mit Staus rund um die Großstädte Köln, Frankfurt, München und Hamburg.