Russische Rocker

„Nachtwölfe“ erreichen auf umstrittener Tour Bratislava

Am 9. Mai will der russische Motorradclub „Nachtwölfe“ seine umstrittene „Siegestour“ in Berlin beenden. Mittlerweile befinden sich die Rocker laut russischer Medien in der Slowakei.

Die Rocker des russischen Motorradklubs „Nachtwölfe“ haben ihre umstrittene „Siegestour“ von Moskau nach Berlin nach eigenen Angaben in Tschechien und der Slowakei fortgesetzt. Mehr als 30 Biker, darunter auch Slowaken und Ungarn, hätten sich im Raum Brünn (Brno) aufgehalten, teilte die Organisation am Sonnabend der Agentur Interfax zufolge in Moskau mit. Am Abend sollen sie in der etwa 130 Kilometer entfernten slowakischen Hauptstadt Bratislava angekommen sein. Mitarbeiter der russischen Botschaft begrüßten Berichten zufolge die kremlnahen Biker.

Anscheinend haben sich die Rocker aufgesplittet: Eine kleine Gruppe hat Österreich erreicht. Einen Tag vor der geplanten Weiterreise nach Deutschland legten zwei Clubmitglieder mit dem russischen Botschafter in Wien einen Kranz vor dem dortigen Heldendenkmal der Roten Armee nieder. Andere Klubmitglieder hätten die Grenze nach Finnland passiert, sagte ein Mitglied der „Nachtwölfe“ mehreren Medien.

In Georgien seien russische Biker auf Probleme gestoßen, berichteten dortige Medien. Passanten in der Hauptstadt Tiflis hätten die Rocker zum Entfernen ihrer sogenannten Georgsbänder aufgefordert. Das orange-schwarze Band gilt als Symbol für den Sieg über Hitler vor 70 Jahren. In Georgien, das 2008 Krieg gegen Russland geführt hatte, wurde das Band an den Motorrädern der kremlnahen Biker als Unterstützung für Präsident Putin kritisiert.

Die Tour der „Nachtwölfe“ soll am 9. Mai, der in Russland als Tag des Sieges gefeiert wird, in Berlin enden. Deutschland hatte die Visa einiger Biker annulliert. Mindestens drei Rocker sollen bei dem Versuch, auf dem Luftweg nach Deutschland zu gelangen, am Flughafen Schönefeld abgewiesen worden sein. Russland protestiert dagegen und fordert von der Bundesregierung eine Erklärung. Zuvor war die Gruppe bereits an den Grenzen zu Polen und Litauen abgewiesen worden. Auch die Versuche der Rocker, einzeln an verschiedenen Übergängen die Grenzen zu passieren, scheiterten. Mehrere westliche Staaten haben das Vorhaben der Rockergruppe als Provokation bezeichnet. Die „Nachtwölfe“ selbst betonten dagegen stets, sie seien unbewaffnet und in friedlicher Absicht unterwegs.

Für die Bundespolizei ist die Situation klar. Als Angehörige eines nicht der EU angehörigen Landes bräuchten die Mitglieder der russischen Motorradgruppe Visa für die Einreise nach Deutschland. Lägen die nicht vor, werde ihnen die Einreise verweigert, sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost.