Beschwerden

Notaufnahme im Klinikum Neukölln ist chronisch überlastet

Das Vivantes Klinikum Neukölln klagt über Engpässe. Im Bereich der Notaufnahme herrscht akuter Platzmangel. Beschwerden von Patienten über Wartezeiten und die Raumsituation gibt es seit Jahren.

Als Einrichtung zur Zentralversorgung ist das Vivantes Klinikum Neukölln für mehr als 300.000 Menschen im Bezirk erste Anlaufstelle. Mit bis zu 97 Prozent Auslastung aber ist die Gesundheitseinrichtung längst an ihre Grenzen gekommen. Laut Informationen der „Abendschau“ ist in einem internen Papier der Klinik für das vergangene Jahr eine Bilanz von 77.000 Patienten in der Notaufnahme aufgelistet. Bei der Einrichtung der Rettungsstelle war die allerdings nur für ein Drittel dieser Patientenzahl ausgelegt worden. Christian Dreißigacker, geschäftsführender Direktor des Klinikums, verwies in der RBB-Sendung auf weiterhin steigende Patientenzahlen.

Die interne Analyse der Klinik geht aber noch über die alltägliche Situation hinaus: Das Papier warnt vor der schwierigen Situation, die bei einem Massenanfall von Verletzten entstehen würde – beispielsweise bei einem Unfall auf dem Flughafen Schönefeld. In den nächsten Jahren müsse die Fläche dringend vergrößert werden, fordert Christian Dreißigacker.

Die Versorgungskapazität des Krankenhauses im Katastrophenfall bereitet auch dem Gesundheitsstadtrat von Neukölln, Falko Liecke (CDU), große Sorgen. Für Erweiterungspläne, wie sie das Klinikum bereits entwickelt hat, zeigt er deshalb volles Verständnis. Gleich am Eingang des Krankenhauses, wo sich derzeit ein Parkdeck befindet, könnte im Erdgeschosses eines neuen Gebäudetraktes die dann größere Notaufnahme untergebracht werden. Räumlich eng verzahnt wäre diese mit Intensivstation und Operationssälen im ersten Stock. Auf dem Dach soll der Rettungshubschrauber landen.

In der Senatsgesundheitsverwaltung geht man für einen solchen Anbau von einem Kostenbedarf zwischen 80 und 120 Millionen Euro aus. Zuschüsse des Landes, damit Vivantes diese Investition stemmen kann, seien für den nächsten Haushalt beantragt, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) dem RBB. Frühestens 2017 könnte mit dem Bau begonnen werden.