Öffentlicher Dienst

Senatorin will mehr Personal für Berlins Jugendämter

Regina Köhler

Foto: Reto Klar

Laut Jugendsenatorin Scheeres fehlen in Berlins Jugendämtern 160 Vollzeitstellen. Viele Mitarbeiter seien so überlastet, dass Berufseinsteiger sogar schnell wieder aussteigen würden.

Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) will die Berliner Jugendämter mit mehr Personal ausstatten. Nötig seien zusätzliche 160 Vollzeitstellen, sagte sie am Freitag. Die Stellen würden bei den regionalen sozialen Diensten aber auch in den Kitagutschein-Stellen und den Elterngeld-Stellen benötigt.

Berufseinsteiger will Scheeres zudem stärker unterstützen. Eine Untersuchung innerhalb der Bezirke hat ergeben, dass viele junge Beschäftigte bereits nach dem ersten Arbeitsjahr im Jugendamt wieder ausscheiden, weil sie mit der Belastung nicht zurechtkommen. Auch werden weder der Arbeitsumfang noch die Verantwortung, die sie zu tragen haben, angemessen bezahlt.

Hinzu kommt, dass sie immer mehr Aufgaben erfüllen müssen. Die Stadt wächst, die Fallzahlen nehmen zu. Gleichzeitig bleiben immer mehr Stellen in den Jugendämtern unbesetzt. Gegenwärtig sind von den insgesamt 3349 Stellen 233 unbesetzt. Das führt zu einer zusätzlichen Belastung der Mitarbeiter. Scheeres: „Gemeinsam mit den Bezirken ist es mir gelungen, den Weg für eine Sicherung der Leistungsfähigkeit der Jugendämter zu ebnen.“

Im Sommer vergangenen Jahres haben viele Mitarbeiter der bezirklichen Jugendämter Überlastungsanzeige gestellt und dagegen protestiert, dass sie immer mehr arbeiten sollen. Jugendsenatorin Scheeres hat sich daraufhin mit den Jugendstadträten der zwölf Bezirke zusammengesetzt, um herauszufinden, was getan werden kann, um die Lage der Mitarbeiter zu verbessern.

Neben einer Bestandsaufnahme des Personals wurde ermittelt, welche Aufgaben die Beschäftigten erfüllen müssen und wie groß ihre Arbeitsbelastung ist. Senat und Bezirke haben sich schließlich darauf geeinigt, wie viele Fälle ein Jugendamtsmitarbeiter höchstens bearbeiten sollte, wobei erstmals auch Beratungsleistungen berücksichtigt worden sind. Die Fallzahl soll bei 43 pro Mitarbeiter liegen.