Tarifstreit

Erneut Warnstreik an Berliner Schulen – Abiprüfungen verschoben

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Katrin Lange und Regina Köhler

Am Donnerstag gibt es den dritten Warnstreik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin. Deshalb müssen Abitur-Prüfungen an Gymnasien verschoben werden.

Vom dritten Warnstreik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am kommenden Donnerstag sind besonders die Abiturienten betroffen. Für den Tag sind an vielen Gymnasien die ersten Präsentationsprüfungen angesetzt, die jetzt teilweise ausfallen und in den Mai verschoben werden.

An der Goethe-Oberschule an der Steglitzer Drakestraße kann es sogar passieren, dass der Tag komplett ausfällt. „Wir haben mehr angestellte als verbeamtete Lehrer“, sagt der kommissarische Schulleiter Thomas Czaska. Deshalb hätte er keine Kapazitäten, den Tag durch andere Lehrer abzudecken. 65 Pädagogen unterrichten an dem Gymnasium, 35 von ihnen sind angestellt.

Goethe-Oberschule in Steglitz verschiebt Prüfungen in den Mai

120 Abiturienten beginnen am Mittwoch mit den Prüfungen. Allein 60 Prüfungen sind für den Donnerstag angesetzt. „Wir prüfen derzeit noch, ob wir für alle einen Ausweichtermin finden müssen“, sagt der Schulleiter. Im Moment sehe es so aus, dass der komplette Tag – so wie er eigentlich geplant war – auf einen Tag im Mai verschoben werde. Die Prüfungen, die am Mittwoch und Freitag angesetzt waren, werden aber wie stattfinden. „Da für jede Prüfung drei Lehrer gebraucht werden, war ohnehin kein Unterricht geplant“, sagt Thomas Czaska.

„Ob und welche Prüfungen am Donnerstag ausfallen, hängt von den konkreten Bedingungen jeder einzelnen Schulen ab“, sagt Ralf Treptow, Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren. Es sei ein großer Unterschiede, ob von 80 Pädagogen 60 angestellt seien oder 20. „Bei einer Zahl von 20 kann man vielleicht noch Vertretungsalternativen finden“, sagt Treptow. Außerdem hänge es immer noch davon ab, wie viel Prozent sich am Streik beteiligen.

Ralf Treptow ist Schulleiter am Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow. Am Dienstagvormittag ging er an seiner Schule noch davon aus, „dass die angestellten Lehrkräfte ihre Prüfungsaufgaben wahrnehmen“.

Der Schulleiter der Primo-Levi-Schule in Weißensee, Uwe Schramm, sagte der Berliner Morgenpost, dass an seiner Schule am Donnerstag etwa 60 Prüfungen angesetzt sind. „Ich gehe davon aus, dass die Lehrer anwesend sein werden.“ Bisher habe ihm keiner mitgeteilt, dass er streiken wird. Sollte es doch Kollegen geben, die streiken, müssten Prüfungen verschoben werden. „Wir würden diese Prüfungen dann im Mai nachholen können“, sagte Schramm.