Kinderbetreuung

Berliner Senat will bis zu 18.500 neue Kitaplätze schaffen

Noch ist es im Vergleich zu anderen deutschen Städten leicht möglich, in Berlin einen Kitaplatz zu finden. Doch die Stadt wächst, in einigen Kiezen ist es bereits eng. Und der Bedarf steigt weiter.

Foto: Martin U. K. Lengemann / Martin U. K . Lengemann

Der Ausbau der Kitaplätze wird in der Senatsbildungsverwaltung auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt sein. Allein in diesem Jahr würden 30 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln sowie aus einem Sonderfonds für die Schaffung weiterer Plätze bereitstehen, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag. Im vergangenen Jahr waren es nur 14 Millionen Euro. Bis Ende 2015 sind 4000 neue Kitaplätze geplant. Langfristig geht der Senat von einem zusätzlichen Bedarf von 18.500 Plätzen für den Zeitraum von 2015 bis 2019 aus.

Künftig solle vor allem der Ausbau in den Brennpunktkiezen und im Umfeld von Flüchtlingsheimen vorangetrieben werden, so Scheeres. Während in Bezirken wie Pankow und Treptow-Köpenick fast 85 Prozent der Ein- bis Dreijährigen betreut werden, seien es in Wedding und Neukölln nicht einmal 60 Prozent. „Da wünsche ich mir eine Steigerung“, so Scheeres.

Aus diesem Grund wolle sie verstärkt in den sozial schwierigen Stadteilen mit Kitas und Eltern ins Gespräch kommen und für die Inanspruchnahme der Plätze werben. Dafür gebe es Flyer in verschiedenen Sprachen, Filme sowie Familienzentren und Elterncafés, die mit Kitas zusammenarbeiten. Auch die Stadtteilmütter würden über die Kitabetreuung vor Ort informieren. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass alle Plätze, die zusätzlich geschaffen werden, auch sofort belegt sind“, sagte die Bildungssenatorin.

Erzieher fehlen in Kitas

Der neue „Kitabedarfsatlas 2015“ kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass in allen Stadtteilen der Kitaausbau vorangetrieben werden muss, nicht nur in sozialen Brennpunkten. Besonders viele neue Kitaplätze werden nach Einschätzung der Bildungsverwaltung in Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Pankow gebraucht. Es folgen Mitte, Treptow-Köpenick und Reinickendorf. Am geringsten ist der Ausbaubedarf in Tempelhof-Schöneberg. Noch fehlen die zusätzlichen Kitaerzieher.

Derzeit sind 21.000 pädagogische Fachkräfte im Einsatz. Das seien zwei Prozent weniger als benötigt, sagte die Bildungssenatorin. Bis Ende des Jahres solle sich der Fachkräftemangel zum einen durch eine Aufstockung von Teilzeitkräften verbessern. Zum anderen würden die Fachschulen derzeit zehn Prozent mehr Erzieher ausbilden.

Zurzeit gibt es etwa 150.000 Kitaplätze in Berlin, davon sind 145.000 belegt. Der Puffer von 5000 Plätzen sei notwendig und könnte auch noch etwas größer sein, um den Eltern die Wahlfreiheit bei den Kitaplätzen zu ermöglichen, sagte Ilja Koschembar, Sprecher der Bildungssenatorin. In der Realität werde der Puffer aber bis Sommer wieder kleiner werden.

Die Programme zum Kitaausbau laufen bereits seit mehreren Jahren. Von 2008 bis heute wurden laut Bildungsverwaltung mit Bundes- und Landesmitteln insgesamt rund 23.500 Plätze geschaffen, 16.000 davon allein seit 2012. In den vergangenen beiden Jahren wurden 55 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln in den Ausbau des Angebots investiert.