Justiz

Arbeit statt Haftstrafe spart Berlin Geld

Straftäter, die ihre Geldstrafe mit gemeinnütziger Arbeit ableisten, vermeiden Berlin Kosten. 2965 Mal wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe in Arbeit umgewandelt. Das spart 13,9 Millionen Euro.

Immer häufiger leisten Straftäter, die zu einer Geldzahlung verurteilt wurden und die geforderte Summe nicht zahlen können oder wollen, stattdessen gemeinnützige Arbeit. Für das Land Berlin immerhin noch eine kostengünstige Lösung: Zwar können die Haushälter nicht das verhängte Strafgeld verbuchen. Jedoch konnten 2014 immerhin auch Ausgaben in Höhe von knapp 13,9 Millionen Euro vermieden werden. So teuer wäre es laut der Antwort der Justizverwaltung auf eine SPD-Anfrage im Abgeordnetenhaus geworden, wenn die Verurteilten eine ihren Schulden entsprechende Zahl von Hafttagen eingesessen hätten.

2965 Mal wurde im Jahr 2014 eine bereits angeordnete sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe in freie Arbeit umgewandelt. Zwei Jahre zuvor war dies lediglich in 2025 Fällen geschehen. Damals summierte sich die rechnerische Einsparung sogar auf mehr als 15 Millionen Euro. Auch 2013 blieben der Berliner Justiz Haftkosten in ähnlichem Umfang erspart.

Ein Tag in Haft kostet 111 Euro

Dabei wurde ein Hafttag 2012 mit gut 111 Euro veranschlagt. 2013 betrug der Kostensatz für einen Tag hinter Gittern 116 Euro. Der entsprechende Ansatz pro Gefängnistag für 2014 ist laut den Angaben aus der Senatsverwaltung für Justiz noch nicht ermittelt. Während die in freie Arbeit umgewandelten Ersatzfreiheitsstrafen sich 2012 allerdings noch auf zusammen 135.318 Hafttage summierten, waren es im vergangenen Jahr 15.738 eingesparte Hafttage weniger.

Eingesetzt werden die säumigen oder unwilligen Zahler in allen Bezirken, oft in Schulen, Krankenhäusern, bei Sportvereinen oder Kultureinrichtungen. Sie führen hausmeisterliche Hilfsarbeiten aus, übernehmen Grünpflege, Küchen- oder Reinigungsdienste. Im Schnitt müssen sie 60 Tagessätze abarbeiten. 2014 brachen 1288 Teilnehmer die freiwillige Arbeit allerdings vorzeitig wieder ab. Zwei Jahre zuvor gab es 1428 Abbrecher.