Abgeordnetenhaus

Paul von Hindenburg bleibt Ehrenbürger Berlins

Das Abgeordnetenhaus hat es am Donnerstag abgelehnt, den früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg von der Ehrenbürger-Liste zu streichen. Die Linke hatte einen entsprechenden Antrag gestellt.

Paul von Hindenburg bleibt Ehrenbürger Berlins. Das Abgeordnetenhaus lehnte am Donnerstag mit den Stimmen der Regierungskoalition von SPD und CDU einen Antrag der Linken-Fraktion ab, ihm die 1933 verliehene Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.

Hindenburg war von 1925 bis zu seinem Tod 1934 Reichspräsident. Die Ehrenbürgerschaft hatte er zusammen mit Adolf Hitler erhalten, wie damals in vielen deutschen Städten. Etliche Kommunen hatten ihm diese Würde nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder aberkannt, darunter Dortmund, Köln, Leipzig, München und Stuttgart.

Für die antragstellende Linken-Fraktion sagte der Abgeordnete Wolfgang Brauer, es sei unverständlich und jungen Menschen kaum noch vermittelbar, dass jener Mann noch immer Berliner Ehrenbürger sei, der Hitler an die Macht verholfen hatte. Mit einer Beibehaltung der Ehrung würde die Ehrenbürgerliste entwürdigt. Brauer sprach von einem „nicht nachvollziehbaren Fleck“.

Grüne und Piraten unterstützten den Antrag

Auch die Grünen-Abgeordnete Sabine Bangert warb mit Blick auf eine mögliche Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele dafür, Hindenburg von der Liste zu streichen. Philipp Magalski von der Piratenfraktion nannte die Zeit „überreif“, Hindenburg die Ehrenbürgerwürde zu entziehen.

Grüne und Piraten unterstützten den Antrag der Linken. Redner von SPD und CDU lehnten ihn ab.

Die SPD-Abgeordnete Brigitte Langer räumte zwar ein, dass es neben Hindenburg noch andere Persönlichkeiten gebe, die eigentlich nicht auf die Berliner Ehrenbürgerliste gehörten. Es mache aber keinen Sinn, einzelne Personen aus der Liste herauszupflücken. Ziel des Linken-Antrags sei zudem, Unfrieden in der SPD/CDU-Koalition zu säen.

Der CDU-Abgeordnete Uwe Lehmann-Brauns betonte, Hindenburgs Rolle bei der Ernennung Hitlers dürfe nicht die einzige Grundlage einer Entscheidung sein. Er habe zuvor jahrzehntelang die Weimarer Republik loyal verteidigt. Der Antrag der Linken verschweige diese politischen Umstände.

In Lichterfelde im Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Südwesten der Stadt gibt es auch einen Hindenburgdamm.

Mit der Entscheidung im Parlament scheiterte der dritte Versuch, Hindenburg die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen.

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