Gewerkschaft

Eisenbahner drohen mit Osterstreik

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG verhandelt wieder mit der Deutschen Bahn um mehr Geld. Zuvor warnten die Gewerkschafter vor einer „bösen Oster-Überraschung“.

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Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG haben am Montag vor dem Hotel Maritim in Tiergarten demonstriert. Mit dem „Osterhasen-Aufmarsch“ wollten die Gewerkschafter ihren Forderungen in den seit Monaten geführten Tarifgesprächen Nachdruck verleihen.

Zuvor hatte die Vizechefin der EVG Berlin, Katrin Dornheim, vor einer „bösen Oster-Überraschung“ – also einen möglichen Streik an den reisestarken Feiertagen – gewarnt, falls die Verhandlungen zwischen Bahn-Konzernspitze und Gewerkschaft nicht vorankommen.

Schwierigkeiten macht vor allem eine Forderungsliste der EVG mit 16 Punkten. Lediglich in Detailfragen habe man sich am Montag angenähert, teilte die EVG nach den Verhandlungen mit.

Verhandlungen am 25. März fortsetzen

Die Forderungen seien „sehr umfangreich“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber nach dem Treffen. Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner erläuterte, es gehe unter anderem um familienfreundliche Arbeitszeitregelungen sowie um Schicht- und Dienstplanung. Beide Seiten wollen die Verhandlungen am 25. März fortsetzen.

Konzern und Gewerkschaft kämen „Schritt für Schritt voran“, meinte Bahn-Manager Weber. Es gebe jedoch zu dem Forderungskatalog der EVG „noch erheblichen Klärungsbedarf – in der Sache, aber auch in der Frage, was wirtschaftlich machbar ist“, fügte er hinzu. Ziel des Unternehmens sei es, „bis Ostern zu weiteren Ergebnissen zu kommen“.

GDL verhandelt am Freitag weiter

Bisher wurde für die Bahn-Mitarbeiter im Zugbetrieb und der Infrastruktur eine Vorschusszahlung von 750 Euro vereinbart, für die Angestellten im Dienstleistungsbereich von 300 Euro. „Sollte es bei der nächsten Verhandlung keinen Durchbruch geben, werden wir weitere Vorschusszahlungen verlangen“, sagte Kirchner. „Wir fordern 100 Euro pro Monat bis zu einem endgültigen Abschluss.“

Die EVG war Mitte 2014 mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 150 Euro pro Monat in die Tarifrunde gegangen. Die Bahn hatte im Oktober der EVG und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt fünf Prozent bei 30 Monaten Vertragslaufzeit angeboten. Mit der GDL verhandelt die Bahn an diesem Freitag in Frankfurt weiter.