Berlin-Tempelhof

Kanalarbeiten am Tempelhofer Damm - Eine Woche Dauerstau

Der Tempelhofer Damm ist zwischen Manfred-von-Richthofen-Straße und Mehringdamm gesperrt. Dort muss eine Regenwasserkanal repariert werden.

Foto: Steffen Pletl

Eine relativ kleine Baustelle in Tempelhof verursacht großen Ärger. Tausende Autofahrer sind verärgert. Denn es gibt lange Staus. Noch mindestens eine Woche lang wird eine der Hauptverkehrsstraßen stadteinwärts gesperrt sein. Der Tempelhofer Damm ist auf Höhe des Platzes der Luftbrücke nicht befahrbar.

Tausende Autofahrer gerieten auf dem Tempelhofer Damm und dem Columbiadamm in einen großen Stau. Selbst am etwas verkehrsärmeren frühen Nachmittag reichte der Rückstau nach Süden bis zum Autobahnanschluss Tempelhof. Auf dem Columbiadamm hatten Fahrzeuge aus Neukölln kommend ebenfalls mehrere Hundert Meter im Stop-and-Go-Modus zu überwinden, bevor sie den Mehringdamm erreichten.

Der Grund für das Verkehrshindernis liegt im Untergrund. Genauer gesagt unter der nördlichen Richtungsfahrbahn, in Höhe des Zugangs zur U-Bahnstation. Dort muss eine schadhafte Stelle im Regenwasserkanal, der unter der Hauptstraße entlangführt, instand gesetzt werden, teilte ein Sprecher der Berliner Wasserbetriebe am Montag der Berliner Morgenpost mit.

Arbeiten bis zum Ende der Woche abgeschlossen

„In der vergangenen Woche haben wir dort mithilfe einer Kamera den Kanalschacht inspiziert“, sagt Unternehmenssprecher Stephan Natz. Die Aufnahmen hätten deutlich gezeigt, dass die aus Beton bestehenden Kanalwände Risse aufweisen und bröckeln. „Bevor durch einen Einsturz des Kanals größere Schäden an der Straße entstehen und es möglicherweise zu Verkehrsunfällen kommt, haben wir entschieden, den Bereich des Kanals durch neue Kanalsegmente zu ersetzen“, so Natz weiter. Die Entscheidung erfolgte in Abstimmung mit dem Straßenbauamt Tempelhof-Schöneberg. Vorgesehen ist jetzt, dass die Arbeiten an der Gefahrenstelle bis zum Ende der laufenden Woche abgeschlossen werden können.

Seit Montag 7 Uhr ist die Baustelle im Havariebereich eingerichtet, sämtliche Fahrbahnen in nördlicher Richtung zwischen der Einmündung Manfred-von-Richthofen-Straße und der großen Kreuzung sind für Fahrzeuge gesperrt. Am Mittag wurde damit begonnen, die erst kürzlich erneuerte Asphaltschicht mit Baggern aufzubrechen, um den maroden Bereich des Regenwasserkanals freizulegen. Hierfür muss der Tempelhofer Damm im Kreuzungsbereich Columbiadamm auf der gesamten Breite aufgegraben werden.

Umfahrung über Columbiadamm

Glücklicherweise gebe es im näheren Umfeld der neuen Baustelle aktuell keine weiteren Straßenbaumaßnahmen, erklärte Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) auf Anfrage. Bis auf dringende Ausbesserungen herrsche von November bis März diesbezüglich ohnehin weitgehend eine Baupause, so der Dezernent weiter. Etwaige Hoffnungen, dass durch ein Arbeiten rund um die Uhr die Bauzeit verkürzt werden konnte, konnte Krüger nicht nähren. Dem stünden neben einer nötigen Prüfung des Umweltamts wegen Lärmschutz diverse logistische Fragen sowie die Sorge vor möglichen Klagen durch Anwohner entgegen, fasste Krüger zusammen.

Immerhin: Zur Umfahrung des Baustellenbereichs steht die Straße vor dem ehemaligen Flughafen zur Verfügung. Sie führt um den Platz der Luftbrücke über den Columbiadamm dann zurück auf den Mehringdamm. Viele Autofahrer, die vom Platz der Luftbrücke in Richtung Neukölln wollen, benutzen diesen Weg ohnehin. Wer in der Umfahrung weiter nach Kreuzberg oder Schöneberg will, muss an der Einmündung Columbiadamm nach links abbiegen. Da bietet sich eher ein weiträumiges Umfahren an. Dies gilt auch für Benutzer des Columbiadamms aus Neukölln, die beispielsweise auf den Straßenzug Hasenheide/Gneisenaustraße ausweichen könnten.

Ampelumstellung nicht möglich

Staus und zusätzliche Wartezeiten dürften bis Ende dieser Woche jedoch auch dort entstehen. Eine Umstellung der Ampelphasen direkt an der Baustelle war am Montag noch nicht vorgenommen worden. „Zu kompliziert“, hieß es auf Anfrage aus dem zuständigen Verkehrsinformationszentrum der Senatsverkehrsverwaltung. Auch von der Benutzung der Manfred-von-Richthofen-Straße, die in nördlicher Richtung unmittelbar vor der Kanalbaustelle endet, ist derzeit dringend abzuraten. Das Linksabbiegen auf den Tempelhofer Damm ist baubedingt nicht möglich.

Am Montag wurden viele Verkehrsteilnehmer davon überrascht. Ihnen blieb nicht anderes übrig, als an der Einmündung wieder nach rechts in südliche Richtung abzubiegen.