Zuzug

50.000 Neuberliner - Bedarf an Wohnungen steigt erneut

Der Zuzug nach Berlin setzt sich ungebrochen fort. Es kommen deutlich mehr Menschen als für die Wohnungsbaupläne des Senats angenommen. Doch nicht nur der Bedarf an Wohnungen steigt damit.

Foto: Reto Klar

Während viele bundesdeutsche Städte schrumpfen, bricht der Bevölkerungszuwachs in Berlin alle Rekorde. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte, stieg die Zahl der Menschen, die ihren Hauptwohnsitz in Berlin haben, im Laufe des Jahres 2014 um 44.700 auf nunmehr 3.562.166 Einwohner. Bereits seit zehn Jahren wächst die Zahl der Einwohner kontinuierlich und lag in den vergangenen vier Jahren jedes Jahr jeweils deutlich über 40.000. Angesichts des enormen Zuwachses müsse der Senat seine Neubauziele nochmals überprüfen, forderte Maren Kern, Chefin des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU).

Im aktuellen Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen hat die Berliner Stadtentwicklungsverwaltung einen jährlichen Neubau von 10.000 Wohnungen festgeschrieben. Dieses Ziel basiert auf einer Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2012. Diese geht für den Zeitraum von 2011 bis 2030 von einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum zwischen rund 13.000 und 21.000 pro Jahr aus. „Derzeit ist das Bevölkerungswachstum doppelt so hoch wie prognostiziert. Zumindest in den nächsten Jahren müssten unter dem Eindruck dieser Zahlen deshalb deutlich über 10.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden.“ Allein aus dem Zuwachs des Jahres 2014 resultiere ein rechnerischer Wohnraumbedarf von jährlich mehr als 20.000 zusätzlichen Wohnungen, so Kern weiter.

Mehr Investitionen in die Infrastruktur gefordert

Nicht nur Wohnungen, sondern auch die Infrastruktur müsse der wachsenden Einwohnerzahl angepasst werden, forderte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). „Ob Kitas, Krankenhäuser, Straßen, Schienen oder Schulen – die Politik muss die Stadt fit machen für weiteres Wachstum“, sagte Amsinck. Wenn nötig, müssten die nun vom Senat beschlossenen Mittel weiter aufgestockt werden. Am Dienstag hatte Finanzsenator Kollatz-Ahnen (SPD) den Investitionsfonds „Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt“ vorgestellt. Dieser soll nach den Plänen des Senators mit rund 500 Millionen Euro ausgestattet werden.

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