Zoo Berlin

Kleines Orang-Utan-Mädchen Rieke verlässt Berlin

Der Zoo Berlin hat ein neues Zuhause für seinen jüngsten Nachwuchs-Star gefunden: Orang-Utan-Baby Rieke soll mit Gleichaltrigen in der englischen „Monkey World“ aufwachsen.

Am Freitag tritt sie vor die Presse, am Sonnabend vor das breite Publikum - und wahrscheinlich schon in einigen Monaten verlässt sie Berlin. Das kleine Orang-Utan-Mädchen Rieke aus dem Zoo Berlin soll künftig in der „Monkey World“ in Dorset im Süden von Großbritannien leben. Das bestätigt Zoo-Sprecherin Christiane Reiss auf Nachfrage der Berliner Morgenpost.

„Rieke wird nach Monkey World umziehen. Der Zeitpunkt ist noch unklar“, so Reiss. „Alle Details“ würden beim Foto-Termin am Freitag mit Rieke in der Futterküche im Menschenaffenhaus im Zoo bekannt gegeben.

So sehr viele Rieke-Fans es bedauern mögen – ihr Weggang war angekündigt. Kurz nach Riekes Geburt am 12. Januar 2015 hatte Zoo-Direktor Andreas Knieriem erklärt, dass sie bei ihresgleichen aufwachsen soll.

Im Menschenaffenhaus im Zoo war Rieke direkt nach ihrer Geburt von ihrer Mutter Djasinga, 11 Jahre, verstoßen worden.

„Monkey World“ ist kein Zoo, sondern eine Rettungsstation

Knieriem und Zoo-Tierarzt André Schüle hatten mit dem europaweit zuständigen Orang-Utan-Koordinator Clemens Becker nach Lösungen gesucht, damit Rieke so artgerecht wie möglich aufwachsen kann. Derzeit geben ihr Zoo-Tierpfleger hinter den Kulissen alle paar Stunden die Flasche.

Das „Monkey World Ape Rescue Centre“ ist kein Zoo. Es ist eine Rettungsstation. 1987 gegründet, sollen Affen aus der ganzen Welt dort ein neues Leben beginnen. Auch Affen, die aus Laboren oder den Händen von Schmugglern gerettet wurden.

Auf der mehr als 26 Hektar großen Anlage (zum Vergleich: Der Zoo ist 34 Hektar groß) leben Primaten und Affen in allen Formen und Größen - von südlichen Gelbwangengibbons und Orang-Utans bis hin zu Totenkopfäffchen und Schimpansen. „Monkey World“ ist auch die Heimat einer der größten Schimpansengruppen außerhalb Afrikas.