Personalausstattung

Berliner Schulleiter machen Vorschläge gegen den Lehrermangel

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Andreas Abel

In einem Papier listen Berliner Schulleiter etliche Ideen auf, wie einem Lehrermangel begegnet werden kann. Sie schlagen Senatorin Scheeres unter anderem vor, Grundschulpädagogen besser zu bezahlen.

Berliner Schulleiter haben Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) Vorschläge unterbreitet, wie einem drohenden Lehrermangel begegnet und die Personalausstattung an den Schulen verbessert werden kann. In einem Papier, das der Morgenpost vorliegt, listet die Vereinigung Berliner Schulleiter in der Lehrergewerkschaft GEW etliche Ideen auf. Diese reichen von Verbesserungen in der Ausbildung über Angebote für Lehrer an Grund- und Brennpunktschulen bis zu Reformen beim Einstellungsverfahren.

Wie berichtet, warnen die Rektoren vor einem beträchtlichen Lehrermangel zum Beginn des zweiten Unterrichtshalbjahres am 9. Februar. Probleme sehen sie insbesondere an den Sonderschulen, den Grundschulen sowie in den sogenannten Mint-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik an Gymnasien und Sekundarschulen. Sie sagen zudem zum Beginn des nächsten Schuljahres im Sommer ein weit größeres Lehrerdefizit als bislang angenommen voraus. Insgesamt seien 2300 Stellen zu besetzen, nicht nur 1700.

Der Ausbildung von Sonderpädagogen müsse eine höhere Priorität als bisher eingeräumt werden, fordern die Schulleiter angesichts des Mangels. Zudem sei es Ziel der Bildungsverwaltung und der Schulen, die Inklusion weiter umzusetzen. Auch die Ausbildung von Grundschullehrern müsse forciert werden, hier werde die Zahl der Berliner Absolventen „noch einige Jahre deutlich hinter dem prognostizierten Bedarf zurückbleiben“. Zudem müssten Anreize geschaffen werden, Grundschullehrer zu werden. Das sei durch eine Reduzierung der Unterrichtsstunden oder bessere Bezahlung möglich. An eine Brennpunktschule zu gehen, könne für Lehrer durch eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung oder das Angebot einer „Stelle mit Mindestverweildauer“ attraktiver werden, sagen die Rektoren.

Informationsplattform nötig

Das zentrale Einstellungsverfahren nach Regionen und die Kontingentierung nach Bezirken im Fall eines Mangels müssten noch einmal überdacht werden, meinen die Schulleiter und bieten dabei ihre Unterstützung an. Die Information der Schulen über zur Verfügung stehende Bewerber und die Information der Lehrer über alle nachfragenden Schulen müsse verbessert und aktualisiert werden.

Der Bildungsverwaltung sei es in diesem Schuljahr und den Jahren davor gelungen, den Einstellungsbedarf für alle Schulformen zu decken, erklärte deren Sprecher Thorsten Metter. Im vergangenen Jahr wurden 2700 Lehrer eingestellt. Dabei seien deutlich weniger Quereinsteiger benötigt worden als zunächst angenommen, so Metter. Lehrkräfte für die Mint-Fächer sowie für Grund- und Sonderschulen seien deutschlandweit knapp. „Deshalb haben wir bei den Kapazitäten sowohl im Studium als auch im Vorbereitungsdienst nachgesteuert und haben das Studium der Grundschulpädagogik aufgewertet. Das wird sich teilweise aber erst in einiger Zeit auswirken“, sagte Metter. Zu der Anregung der Schulleiter, Lehrern an Grund- und Brennpunktschulen eine Gehaltserhöhung oder Stundenreduzierung anzubieten, äußerte sich Bildungssenatorin Scheeres nicht.