Preisverleihung

Das sind Berlins beste Nachwuchsjournalisten

Schülerzeitungswettbewerb 2014/15: Senat, Berliner Morgenpost und Junge Presse Berlin ehren Jung-Redakteure aus der ganzen Stadt. Knapp 60 Schülerzeitungen hatten Ausgaben eingereicht.

Mut – das war ein Wort, das am Mittwoch im Wappensaal des Roten Rathauses öfter fiel: Eine ganze Ausgabe hatten die Nachwuchsredakteure der "Penny Lane" des John-Lennon-Gymnasiums dem Thema Mut gewidmet. Und auch "Die Askanier" aus dem Askanischen Gymnasium in Tempelhof bewiesen Courage, als sie sich kritisch mit Missständen an ihrer Schule auseinandersetzten. Für solche Glanzleistungen holten sich diese und viele andere Nachwuchsredaktionen bei der Preisverleihung des 12. Berliner Schülerzeitungswettbewerbs ihre verdienten Trophäen ab. Rund 220 junge Journalisten kamen, um das Finale des Landeswettbewerbs zu erleben, den die Senatsverwaltung für Bildung zusammen mit der Jungen Presse Berlin e. V. und der Berliner Morgenpost veranstaltet.

Knapp 60 Schülerzeitungen aus allen Schulformen hatten diesmal Ausgaben eingereicht. Die Jury lobte "das besonders hohe Qualitätsniveau" der Wettbewerbsrunde. Nicht nur mit dem schulischen Geschehen setzten sich die jungen Redakteure auseinander, sondern berichteten über Themen wie Krieg, Mobbing, Wissenschaft und Religion, Berufsorientierung und Sport. Das Engagement der Schüler, die neben vielen anderen Verpflichtungen auch Zeitung machen und dabei oft unter hohem Zeitdruck stehen, lobten Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), Morgenpost-Chefredakteur Carsten Erdmann und Henrik Nürnberger von der Jungen Presse Berlin. Gemeinsam ehrten sie die Sieger in den verschiedenen Kategorien – Teams aus Grundschulen, Förderschulen, Sekundarschulen, Oberstufenzentren und Gymnasien.

Sprachrohr der Schule

Aufgabe einer Schülerzeitung sei es, Sprachrohr der Schule zu sein, sagte Sandra Scheeres auf die Frage der beiden Moderatorinnen Carolin Makus und Philine Ludwig. Sie solle Themen ansprechen, die die Schüler in und außerhalb der Schule beschäftigen und bewegen. "Eine Schülerzeitung kann auch frech sein und soll zu Debatten anregen", fügte Henrik Nürnberger hinzu. "Durch die Arbeit in der Redaktion einer Schülerzeitung können Kinder und Jugendliche lernen, welche Rolle Journalismus in ihrer direkten Umgebung spielen kann", sagte Carsten Erdmann. Auf die Frage, welches Medium ihm für eine Schülerzeitung heute am geeignetsten erscheine, schlug er ein Zusammenspiel aus Print und einem digitalen Blogformat vor.

Die ersten und zweiten Plätze aus jeder Kategorie nehmen automatisch am Bundeswettbewerb der Schülerzeitungen teil. Dessen Sieger werden vor den Sommerferien geehrt. Neben den Hauptpreisen gab es am Mittwoch auch zahlreiche Sonder- und Extrapreise. Maria-Luise Löper, Leiterin für Bundes- und Europaangelegenheiten der Senatskanzlei, verlieh den Goldenen Griffel für einen Beitrag zum Thema "Europa ist hier" an die "Eiffel-News" von der Gustave-Eiffel-Schule (ISS) in Pankow. Löper betonte, wie wichtig die Beteiligung der Jugendlichen in Europa sei: "Ihr seid die Zukunft Europas und ihr könnt diese Zukunft gestalten." Einen Theaterpreis vergab Gunnar Güldner vom JugendKulturService an die Schülerzeitung "about:kurt" von der Kurt-Schwitters-Schule (ISS) in Prenzlauer Berg.

Mobbing an der Schule großes Thema

Wie schon in den Vorjahren war auch in diesem Durchgang Mobbing an der Schule ein großes Thema in vielen Schülerzeitungen. Beispielsweise für die Jungjournalisten der ARS-Schülerzeitung von der Adolf-Reichwein-Schule in Neukölln: Sie erhielten dafür einen von zwei Gesundheitspreisen der Unfallkasse Berlin von Michael Laßok. Einen von Cinemaxx Berlin gestifteten Filmpreis gab es für die Redakteure des "Schlaufuchs" aus der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld: Die Schüler hatten sich nicht nur mit Kinderrechten beschäftigt, sondern dazu sogar einen fünfminütigen Film gedreht.

Auch wer sich für Kinderrechte einsetzt, muss oft Mut beweisen. "Wir hatten in unserer Redaktionssitzung viele Ideen zum Thema Mut, die wir in die Tat umsetzen wollten", erzählte ein junger Journalist von der Penny Lane auf der Bühne. Was ist überhaupt Mut? Wie viel Mut tut gut? Solche und andere kritischen Fragen stellen sich viele der ausgezeichneten Jungjournalisten in ihren Zeitungen. Und auch das ist neben einem guten Themenmix bei der Auswahl der Sieger für die Jury ein wesentliches Entscheidungskriterium. Wichtig sind außerdem Schulbezug, Layout und – natürlich – die Qualität der Texte.

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