Meinungen

Zutritt für Hunde verboten – Pro und Contra

Die Uferbereiche von Schlachtensee und Krummer Lanke sind künftig für Hunde gesperrt. Mit dem Start der Badesaison am 15. Mai gelten im Hundeauslaufgebiet Grunewald neue Grenzen für den Freilauf der Vierbeiner.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Pro: Hunde raus aus dem Wasser

Anette Nayhauß will ohne Hunde im See baden.

Hunde sind keine Menschen und können deshalb keine Rücksicht nehmen. Hundehalter schon. Trotzdem lassen manche von ihnen es zu, dass ihre Tiere zwischen spielenden Kindern im Uferwasser paddeln, zwischen den Sonnenbadenden das Wasser aus dem Fell schütteln und zum Abschluss ans Ufer pinkeln.

Was die Hunde das ganze Jahr über auf und neben den Wegen am See hinterlassen, wird bei Regen ins Wasser gespült. Das ist für die Badenden ziemlich unschön und vor allem für Kinder sogar gefährlich. Seinen Hund im Sommer dort schwimmen zu lassen, wo Menschen baden gehen, ist längst verboten. Am Schlachtensee dürfen Hunde jetzt das ganze Jahr über nicht mehr direkt an den See.

Das ist keine Entscheidung gegen die Tiere – sondern gegen die Hundehalter, die auch in Ufernähe den Hundekot einfach liegen lassen. Am benachbarten Grunewaldsee habe mit der Zahl der Hunde auch die der Kot anzeigenden Bakterien zugenommen, so das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf. Dort hätten die Hunde die Menschen bereits vertrieben. Am Ufer des Schlachtensees ist es genau deshalb jetzt umgekehrt.

Contra: Hunde brauchen Natur

Katrin Lange ist für Kontrollen statt totaler Sperre.

Hunde brauchen Auslauf, sie müssen toben, spielen, auf Artgenossen treffen. Wo könnten sie besser ihr Temperament ausleben als im Wald und am See? Die Natur ist ihr Revier, vor allem in der Stadt. Gerade im Sommer, wenn die Sonne so richtig knallt, ist es auch für Hunde ein Genuss, in feuchten Uferbereichen an der langen Leine herumzutollen.

Dass sie dabei trotz Badeverbot in den Schlachtensee und in die Krumme Lanke gesprungen sind, hätte schon früher unterbunden werden müssen, nicht nur aus Gründen der Hygiene. Es gibt auch Menschen, die Angst vor Hunden haben und nicht mit ihnen um die Wette schwimmen wollen. Aber deshalb gleich den gesamten Uferbereich von zwei Seen sperren? Hunde in den Wald verbannen, wo sie nur noch ein feuchtes Lüftchen abbekommen?

Hätten nicht schon mehr Kontrollen und eine bessere Überwachung der Uferbereiche geholfen? Denn eines ist sicher: Wer sich wirklich vor Hunden und den von ihnen verursachten Bakterien fürchtet, geht nicht im Grunewaldsee baden. Der geht ins Stadtbad oder ins Freibad. Dort haben Hunde garantiert keinen Zutritt.