Naturkundemuseum

Ein letzter Besuch bei Pandabärin Yan Yan

Die Panda-Bären im Zoo gehörten zu den Lieblingen der Berliner. Doch Yan Yan und Bao Bao starben 2012 und seitdem ist das Gehege leer. Jetzt können sie im Naturkundemuseum inoch einmal besucht werden.

Foto: Reto Klar

Breitbeinig sitzt Yan Yan auf ihrem Hinterteil, die rechte Pranke ausgestreckt, den Kopf gesenkt. Vor der Glasscheibe stehen die Besucher, „süüüß“, haucht ein Mädchen, daneben doziert ein Lehrer über Bambus als Nahrungsmittel.

Eigentlich ist alles wie damals, als Yan Yan in ihrem Gehege im Berliner Zoo ganztägig Bambus fraß. Aber das Panda-Weibchen frisst schon seit fast acht Jahren nicht mehr: Im März 2007 starb es an einer Darmverstopfung, wurde tiefgefroren und schließlich an Tierpräparatoren übergeben. Jetzt können die Berliner den Panda noch ein letztes Mal sehen: Seit Dienstag steht Yan Yan als Dermoplastik im Naturkundemuseum an der Invalidenstraße in Mitte, Ende Juli kehrt sie nach China zurück.

„Ein bisschen langweilig“ seien die Panda-Bären im Zoo ja gewesen, sagt Moritz Mollenhauer, fressen und schlafen, mehr mache so ein Panda nicht. Der Berliner ist einer der Besucher, die direkt nach der Eröffnung der Ausstellung ins Naturkundemuseum gekommen sind. Gerhard Makowski gefällt es bei den präparierten Pandas sogar fast besser als bei Zoo-Besuchen, „denn man bekommt einen tieferen Einblick“. Die Erklärtafeln informieren über Nahrung und Exkremente, in der Schau sind neben den Dermoplastiken auch Skelette und Felle zu sehen. Ben hingegen findet lebendige Pandas spannender: Der Vierjährige bleibt vor den Video-Bildschirmen stehen, um einem Panda beim Bambusfressen zuzusehen.

Yan Yan muss Ende Juli nach China zurück

Die Panda-Bären waren in den 80er-Jahren die Lieblinge der Berliner. Als erste Exemplare kamen 1980 Männchen Bao Bao und Weibchen Tjen Tjen nach Deutschland. In den Jahren danach sorgte Bao Bao für Aufmerksamkeit, auch weil es nicht gelang, Nachwuchs zu zeugen, nicht mit Tjen Tjen vor ihrem Tod 1984, nicht mit der Londonerin Ming Ming und nicht mit Yan Yan, die 1995 als Leihgabe nach Berlin kam. Hormonbehandlungen und künstliche Befruchtungen blieben ergebnislos.

Seit dem Tod Yan Yans und dem Bao Baos im Jahr 2012 hat der Berliner Zoo keine Pandas mehr, Direktor Andreas Knieriem bekundete aber bereits Interesse. So lange sich Deutschland und China nicht auf die Ausleihbedingungen einigen, können die Berliner nur im Museum Pandas besichtigen.

Yan Yans Dermoplastik allerdings muss Ende Juli nach China. „Merkwürdig, dass die Chinesen einen toten Panda zurückfordern“, findet eine Besucherin, aber die Tafel neben der Vitrine erklärt, dass die Rückführung Teil des Leih-Vertrags war. Bao Bao hingegen, den Chinas Regierung Deutschland schenkte, bleibt. Ihn können die Berliner auch nach Yan Yans Abschied im Museum besichtigen.

Panda“ bis 31. Juli 2015. Öffnungszeiten: Di bis Fr 9.30 - 18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen: 10 - 18 Uhr, Mo geschlossen.

Preise: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro