Unwetter

Sturmtief „Felix“ verursacht Chaos im Berliner Bahnverkehr

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Steffen Pletl

Sturmtief „Felix“ ist über Berlin hinweggezogen. Die Feuerwehr musste bis zum Abend zu rund 250 Einsätzen ausrücken. Im Zugverkehr gab es erhebliche Probleme. Das Minutenprotokoll.

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Das Sturmtief „Felix“ hat am Sonnabend die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei von Einsatzort zu Einsatzort gejagt. Um 16.47 Uhr rief die Berliner Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. In kürzester Zeit hatte sich die Zahl der witterungsbedingten Einsätze um ein Vielfaches erhöht. So wurden die 550 im Dienst befindlichen Beamten der Berufsfeuerwehr von 500 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren unterstützt. Bis 20 Uhr nach dem Ausruf des Ausnahmezustandes waren unter der Rufnummer 112 etwa 250 witterungsbedingte Hilferufe in der Leitstelle der Feuerwehr eingegangen.

Bäume blockieren Bahnverkehr

Besonders die S-Bahn hatte mit den Folgen des Sturmes zu kämpfen. So hatte sich zum Beispiel am Bahnhof Wedding ein Teil eines Bauzaunes unter einem S-Bahnwagen verkeilt. Eine Weiterfahrt des Zuges war nicht möglich, der Verkehr auf der Ringbahn wurde unterbrochen. In der Nähe des Bahnhofs Tempelhof musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume von den Gleisen räumen. Ein S-Bahnzug war dort gegen die Baumstämme gefahren und aus den Gleisen gesprungen. Die Fahrgäste mussten evakuiert werden. Ein Notarzt betreute sie. „Auch herumfliegende Weihnachtsbäume haben zur Beeinträchtigung des Zugverkehrs geführt“, sagte eine Sprecherin der Bahn. Auch Reisende auf Fernstrecken der Bahn waren vom Sturmtief betroffen. Der Zugverkehr nach Hamburg und Hannover musste zeitweise eingestellt werden.

Zoo und Tierpark hatten geschlossen

Wer am Sonnabend in Berlin trotz des Sturms spontan in Zoo oder Tierpark wollte, stand vor verschlossenen Türen. Beide Einrichtungen blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Sicherheit der Gäste und Tiere ging vor. Nachdem am Freitag, als Orkantief „Elon“ über Berlin fegte, der Fernsehturm für kurze Zeit gesperrt werden musste, war er am Sonnabend durchgehend geöffnet. „Durch den Sturm mussten wir einen Fahrstuhl außer Betrieb nehmen“, sagte Sprecher Dietmar Jeserich. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Trotzdem, bei einem Sturm wie an diesem Wochenende werde natürlich auch das Bauwerk stark strapaziert. „Schwankungen in Zentimeterbereich wirken sich auf einen mehr als 200 Meter lange Fahrstuhlschacht aus“, so Jeserich. Deswegen legte der Fahrstuhlkorb statt wie normalerweise sechs Meter in der Sekunde lediglich drei Meter zurück.

Auch für den Abend gab der Deutsche Wetterdienst keine vollständige Entwarnung. Örtlich seien weiterhin Orkanböen möglich. In der Nacht soll es zwar stürmisch bleiben, insgesamt jedoch ruhiger werden, so die Meteorologen.

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