Obdachlose

Bundespräsident Gauck besucht die Berliner Kältehilfe

Sein erster Besuch des Jahres führte den Bundespräsidenten zu Berliner Obdachlosen. „Es bewegt mich sehr“, sagte er und versicherte, dies nicht zu vergessen.

Foto: Jesco Denzel,Bundespresseamt / dpa

Er wolle das Schicksal derer, denen es nicht so gut gehe, im Auge behalten. Das versprach Bundespräsident Joachim Gauck am Dienstag nach einem Besuch in der evangelischen Taborgemeinde. Bis zu 60 Schlafplätze stellt die Kirche in Kreuzberg von 21.30 Uhr bis 8 Uhr am Morgen für Obdachlose in Berlin bereit. Hier findet man auch Verpflegung und Beratung.

„Diesen ersten Besuch des Jahres werde ich nicht vergessen“, versicherte Gauck. „Es bewegt mich sehr, was ich hier gesehen und erlebt habe.“ Das Angebot der Taborgemeinde gehört zum Netzwerk der Berliner Kältehilfe. Einem System, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Obdachlosen über die Wintermonate zu helfen. Die Organisation vereint verschiedene Träger unter einem Dach. Darunter die Diakonie, die Berliner Stadtmission, die Gebewo Soziale Dienste Berlin GmbH und das Deutsche Rote Kreuz (DRK). 500 Plätze in insgesamt 13 Nachtcafés sowie 16 Notübernachtungen stellt das Netzwerk von Anfang November bis Ende März zur Verfügung. Kleinbusse der Berliner Stadtmission und des DRK, mit denen Obdachlose von der Straße geholt und zu den Notunterkünften gebracht werden, ergänzen das Angebot der Kältehilfe. Dass diese Arbeit jedes Jahr wichtiger wird, beweisen die steigenden Übernachtungszahlen. 73.000 zählte das Netzwerk im vergangenen Jahr. 2000 mehr als im Jahr davor. 2009 wurden die Angebote der Kältehilfe 57.000 mal in Anspruch genommen.

Begleitet wurde Gauck von der Diakoniedirektorin Barbara Eschen und dem Gemeindepfarrer Stefan Matthias. Gauck nutzte seinen Besuch, um mit Gästen und mit ehrenamtlichen Mitarbeitern des Nachtcafés zu sprechen. Von beiden zeigte er sich beeindruckt. „Die obdachlosen Menschen sind mir hier sehr offen begegnet und haben das Gespräch und den persönlichen Kontakt gesucht.“ Anschließend lobte der Präsident die Arbeit der „vielen engagierten Ehrenamtlichen.“