Pegida-Ableger

Polizei ist bei Bärgida-Demo auf Großeinsatz vorbereitet

Die Bärgida-Bewegung will am Montag am Brandenburger Tor aufmarschieren. Der Türkische Bund ruft zu einer Gegendemonstration mit 10.000 Teilnehmern auf. Die Berliner Polizei ist vorbereitet.

In Berlin hat das Bündnis Bärgida – Berliner Patrioten gegen Islamisierung des Abendlandes – für Montagabend seinen ersten Protestzug offiziell angemeldet, zu dem mehrere Hundert Teilnehmer erwartet werden. Die Gruppe will ab 18.30 Uhr von der Klosterstraße in Mitte über die Stralauer Straße, den Molkenmarkt, Spandauer und Karl-Liebknecht-Straße, Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor laufen und gegen die „zunehmende Islamisierung Deutschlands“ demonstrieren.

Auf der Facebook-Seite hatten bis Sonntagabend mehr als 500 Personen ihr Kommen angekündigt. Ein weiterer Zulauf von Demonstranten wird erwartet, da es in Marzahn keine Montagsdemo gegen das Containerdorf für Flüchtlinge geben wird.

Auf der anderen Seite des Brandenburger Tores steht die Türkische Gemeinde zu Berlin, die unter dem Motto „Für eine plurale, vielfältige und friedliche Gesellschaft“ zu einer Gegenveranstaltung aufruft. Ein Polizeisprecher sagte der Berliner Morgenpost, dass der Türkische Bund eine Gegendemonstration auf der Straße des 17. Juni mit 10.000 Teilnehmern angemeldet hat. Auch ein linksgerichtetes Bündnis gegen Rassismus plant eine Gegenveranstaltung.

Die Berliner Polizei ist vorbereitet, heißt es. Man sei gut aufgestellt und werde ein Aufeinandertreffen der Demonstranten verhindern. Ausschreitungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden, da nicht nur von friedlichen Gegendemonstrationen ausgegangen wird. Es seien auch gewaltbereite Gruppen darunter.

Klare Worte von Landesbischof Dröge

Berlins evangelischer Landesbischof Markus Dröge hat mit Blick auf die antiislamischen Pegida-Proteste zu mehr Nächstenliebe aufgerufen. Die Botschaft der christlichen Kirche an Pegida müsse eine doppelte sein, sagte Dröge laut veröffentlichtem Redemanuskript in seiner Sonntagspredigt in der Marienkirche. „Ein klares Nein zu Ausgrenzung und Sündenbockdenken. Und gleichzeitig die Einladung zu einer Christlichkeit, die aus der Liebe zu Gott die Kraft zur Nächstenliebe schöpft und deshalb die Angst vor dem Fremden überwindet.“

Die islamfeindliche, rechtspopulistische Bewegung Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes organisiert seit Wochen Demonstrationen gegen angebliche Überfremdung. Dröge sagte, die Deutschen hätten in der Geschichte bitter lernen müsse, wohin es führe, wenn bestimmte Menschengruppen pauschal beschuldigt würden. Das dürfe es nie wieder geben. „Es dürfen nicht die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Flüchtlinge, die eine Heimat suchen, zu Sündenböcken gemacht werden.“