Winter in Berlin

Schnee bremst S-Bahn aus - kaum Ausfälle an Flughäfen

In Berlin ist in der Nacht kräftig Schnee gefallen. Der S-Bahn-Verkehr kam in Stocken. Auf den Straßen blieb ein Chaos aus. Die Berliner können die Schlitten rausholen - aber nur für kurze Zeit.

In Berlin und Brandenburg ist in der Nacht zum Montag kräftig Schnee gefallen. In der Hauptstadt blieben vielerorts etwa zehn Zentimeter liegen. Auf den Straßen und vor allem auf den Gehwegen ist es stellenweise glatt.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) kämpft seit dem frühen Morgen gegen die Schneemassen und Glätte. „In der ersten Schicht sind wir derzeit mit 1300 Beschäftigten und 500 Fahrzeugen massiv im Einsatz“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Um 2 Uhr morgens sei es richtig losgegangen; zuerst auf den Hauptstraßen und auf der Stadtautobahn, danach auf Nebenstraßen, an Bushaltestellen und auf einigen wichtigen Plätzen. Die Gehwege räumt die Stadtreinigung nicht. Das sei Aufgabe der Anwohner. Die BSR hält 2100 Beschäftigte und 540 Fahrzeuge für den Wintereinsatz parat.

S-Bahn stottert, Autos schleichen

Bei der Berliner S-Bahn kam es wetterbedingt auf allen Linien zu Ausfällen und Verspätungen, wie das Unternehmen am Montagmorgen mitteilte. Besonders Weichenstörungen machten der S-Bahn zu schaffen (aktuellste Warnungen über Twitter). Fahrgäste mussten zum Teil auf Busse oder Regionalzüge ausweichen.

Auf der Berliner Stadtautobahn A100 überschlug sich im dichten Schneegestöber ein Auto. Wie ein Polizeisprecher sagte, ereignete sich der Unfall am frühen Morgen in Höhe der Anschlussstelle Gradestraße. Vermehrte wetterbedingte Unfälle konnte die Berliner Polizei am Morgen aber zunächst nicht feststellen.

Die Lage auf den Straßen sei normal, sagte eine Sprecherin. Die Ferienzeit könne dabei eine beruhigende Rolle spielen. „Es sind nicht viele Leute unterwegs. Wir warten mal ab, was der Tag noch bringt“, sagte die Sprecherin weiter.

Auf den Straßen in Brandenburg war die Situation in den Morgenstunden ähnlich entspannt. Von Mitternacht bis 10 Uhr wurden am Montag 50 Verkehrsunfälle gemeldet. Davon sind rund 30 auf Glätte zurückzuführen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Er führte das relative niedrige Unfallaufkommen auf den nicht so stark ausgeprägten Berufsverkehr zwischen den Feiertagen zurück.

Wenige Ausfälle an Berliner Flughäfen

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld fielen trotz starken Schneefalls nur zwei Flugverbindungen aus. Diese beiden Lufthansa-Maschinen seien in Frankfurt und München wegen des dortigen Wetters nicht gestartet, berichtete der Berliner Flughafensprecher Lars Wagner. Darüber hinaus habe es vereinzelt Verspätungen von durchschnittlich 30 Minuten gegeben. Es handle sich dabei um für die Jahreszeit übliche Einschränkungen. „Wir sind völlig im Lot“, sagte Wagner. Nachts sei rund um die Uhr Schnee geschippt worden. Zudem seien die Flughäfen gut mit Räumfahrzeugen ausgestattet. An beiden Standorten gebe es insgesamt rund 50 Spezialgeräte.

Zu Silvester soll es wärmer werden

Kinder können am Montag und Dienstag den Schlitten rausholen. Allerdings wird dieses Wintervergnügen nur kurz dauern: Der Schnee wird wohl nicht zum Jahreswechsel nicht liegen bleiben.Silvester am Brandenburger Tor in Berlin und in Brandenburg wird kalt – aber wahrscheinlich nicht eisig. Das Thermometer wird am Mittwoch über null Grad anzeigen, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag in Potsdam sagte. „Wir erreichen etwa zwei bis drei Grad. Es ist mit leichtem Niederschlag zu rechnen.“

Bis dahin gehen die Temperaturen aber noch in den Keller, bis zu minus neun Grad wird es in der Nacht zu Dienstag. Es werde erneut schneien, sagte der Meteorologe.

In Berlin ist ein Teil der Straße des 17. Juni für Deutschlands größte Silvesterparty gesperrt – bis einschließlich 2. Januar. Besuchern wurde empfohlen, zur nunmehr 20. Jahreswechsel-Feier an Berlins Wahrzeichen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Es dürfen keine Feuerwerkskörper und Glasflaschen auf die Festmeile mitgenommen werden.

Foto: André Pätzold