Asylbewerber

Nach Aufnahmestopp - Berlin erlebt keinen Flüchtlingsansturm

Nach knapp zweiwöchigem Aufnahmestopp für der Hauptstadt zugewiesene Flüchtlinge aus anderen Bundesländern konnten alle Asylbewerber untergebracht werden. 63 Flüchtlinge kamen nach Lichtenberg.

Berlin ist am Mittwoch nach knapp zweiwöchiger Aufnahme-Unterbrechung nicht unter einem Flüchtlingsansturm zusammengebrochen. Grund sei ein sogenannter „Soft-Start“, den das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für Berlin angeordnet habe, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo), Silvia Kostner.

81 Flüchtlinge aus anderen Bundesländern seien am Mittwoch noch gar nicht in Berlin eingetroffen, sondern würden erst am Donnerstag erwartet.

Wegen des Ausbruchs von Masern und Windpocken in einigen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes hatte Berlin seit dem 21. November zugewiesene Flüchtlinge aus anderen Bundesländern nicht mehr aufgenommen und muss seine Zuweisungsquote jetzt auffüllen. Der langsame Anlauf, den das Bundesamt Berlin zubilligte, gelte noch in dieser Woche, sagte die Sprecherin.

63 Flüchtlinge meldeten sich am Mittwoch erstmals in Berlin

Berlin brachte am Mittwoch bis zum Nachmittag 63 Flüchtlinge unter, die sich erstmals gleich in Berlin meldeten. Sie konnten alle in eine neuen Noteinrichtung in Lichtenberg einziehen, die am Mittwoch mit 130 Plätzen eröffnet wurde.

Zudem bieten die zwei Tragluftallen in Mitte vorübergehend Platz für bis zu 300 Flüchtlinge. Die vergangene Nacht verbrachten rund 30 Flüchtlinge dort. Am Mittwoch seien sie auf reguläre Flüchtlingsheime in Berlin verteilt worden, sagte Kostner.

Inzwischen konnten auch drei der ursprünglich sechs gesperrten Heime wieder freigegeben werden. Allerdings bleiben zwei Flüchtlingsunterkünfte in Spandau bis zum 8. und bis zum 23. Dezember wegen der ansteckenden Krankheiten gesperrt. Freie Plätze dort dürfen so lange nicht belegt werden. Auch eine Gemeinschaftseinrichtung in Steglitz-Zehlendorf bleibt bis zum 19. Dezember unter Quarantäne.