Finanzen und Bau

Das sind die beiden neuen Senatoren für Berlin

Im Senat werden zwei Posten frei. Der designierte Regierende Bürgermeister Müller will den neuen Bau- und den Finanzsenator vorstellen. Die Namen Geisel und Kollatz-Ahnen wurden schon vorher bekannt.

Foto: Promo/Akthar

Berlins designierter Regierender Bürgermeister Michael Müller will am Freitag zwei neue Senatoren vorstellen. Mit Spannung erwartet wird vor allem die Nachfolge von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD). Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll sich der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank Matthias Kollatz-Ahnen künftig um Berlins Finanzen kümmern. Der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Andreas Geisel ist für Michael Müllers bisheriges Amt als Senator für Stadtentwicklung vorgesehen. Ein offizielle Bestätigung für die Personalien gab es am Donnerstagabend nicht.

Der Wirtschafts- und Finanzexperte Kollatz-Ahnen arbeitet seit 2012 für die Unternehmensberatungsfirma Price Waterhouse Coopers in Frankfurt am Main. Zu seinen "zentralen Aktivitätsfeldern", wie es in einer Mitteilung der hessischen SPD heißt, gehören unter anderem die Beratung über Förderprogramme bei Staaten und Förderbanken, EU-Strukturfonds und öffentliche Finanzen. Nebenberuflich wurde Kollatz-Ahnen 2012 Mitglied des Beratungsgremiums der EU Kommission "Innovation for Growth" und berät die SPD-Bundestagsfraktion beim EU-Fiskalpakt. Dem Hessen ist Berlin nicht unbekannt. Kollatz-Ahnen studierte an der Technischen Universität Berlin und ist promovierter Ingenieur, Volkswirt und Physiker. 2013 war der 57-Jährige im Schattenkabinett des hessischen SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel als Wirtschaftsminister im Gespräch.

Der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Andreas Geisel war vor seiner politischen Karriere Fernmeldemechaniker und hat in Dresden 1990 ein Studium als Diplomökonom abgeschlossen. Als Kommunalpolitiker wurde der gebürtige Berliner 1995 erstmals ins Bezirksamt gewählt. Damals war er für die Ressorts Bauen und Wohnen zuständig. Im Jahr 2011 wurde er zum Bezirksbürgermeister gewählt und ist heute für die Abteilung Wirtschaft, Personal und Finanzen zuständig. Geisel lebt in Karlshorst, ist verheiratet und hat zwei Kinder. "Ich arbeite für ein kinder- und familienfreundliches Land", schreibt er auf seiner Homepage, "dieses Leitmotiv lenkt mein politisches Handeln".

Böhning bleibt Chef der Senatskanzlei

Die Wahl Michael Müllers zum neuen Regierenden Bürgermeister soll am 11. Dezember stattfinden. Sie war nötig geworden, nachdem der bisherige Amtsinhaber Klaus Wowereit im August dieses Jahres überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte. Müller ist ein langjähriger Freund und Vertrauter Wowereits. Beide stammen aus demselben SPD-Kreisverband, heute Tempelhof-Schöneberg. Um Wowereits Nachfolge hatten sich drei Kandidaten beworben, so auch der Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, und der SPD-Landeschef Jan Stöß. Die SPD-Basis hatte sich im Oktober jedoch klar für Müller ausgesprochen.

Kurz nach Wowereit hatte auch der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum seinen Rückzug aus der Politik erklärt. Da Müller bislang als Senator für Stadtentwicklung amtiert, müssen somit beide Posten neu besetzt werden. Ohne personelle Veränderungen wird aber wohl die Zusammensetzung der von den mitregierenden Christdemokraten besetzten Senatorenposten bleiben, ebenso sollen die SPD-Senatorinnen Dilek Kolat und Sandra Scheeres Senatorinnen für Arbeit und Bildung bleiben. Im Amt bleiben soll auch der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning. Neuwahlen für das Abgeordnetenhaus stehen erst in zwei Jahren an.

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