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25 Jahre Mauerfall
So erlebten Sportler den Mauerfall am 9. November 1989
Vor 25 Jahren fiel die Mauer: Die Berliner Morgenpost hat Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gefragt, wie sie den 9. November erlebt haben. So haben Sportler geantwortet.

Michael Preetz, 47, Manager Hertha BSC: „Vor dem Pokalspiel mit Fortuna Düsseldorf in Pforzheim saß ich im Hotelzimmer und habe die Mauereröffnung wie die meisten Deutschen ungläubig vor dem Fernseher verfolgt. Ich hatte damals keine Berlin-Anbindung, aber mir war sofort klar: Jetzt wird diese Stadt zu dem Ort, an dem man sein muss."
© dpa | Soeren Stache

Sven Ottke, 47, Profibox-Weltmeister aus Spandau: „Ich bin gleich los mit meinen Kumpels auf den Kudamm, die Begeisterung war groß. Doch mein Stamm-Cafe dort war fortan nur noch überfüllt, überall roch es plötzlich nach Trabi-Qualm. Ehrlich gesagt, ist mir der Umzug nach Karlsruhe 1993 dann nicht sonderlich schwer gefallen.“
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Stefan Kretzschmar, 41, Handball-Ikone aus Berlin: „Ich hatte mit 16 Jahren schon eine eigene Wohnung in Lichtenberg und habe dort fassungslos ferngesehen. Erst drei Tage später habe ich es dann wirklich geglaubt und bin dann los in den Westen. Dort habe ich mir für 99 Mark gleich Jeans und Jacke von Wit Boy gekauft, die bei Teenagern im Osten damals so angesagt waren.“
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Marco Baldi, 52, Geschäftsführer von Alba Berlin: „Ich lebte damals noch in Stuttgart und habe im Fernsehen verfolgt, was da geschah. Am nächsten Morgen bin ich sofort mit dem Auto los nach Berlin. Schon die Fahrt über die Transitstrecke fühlte sich ganz anders an. Mit einem Berliner Freund ging es dann gleich zur Mauer, um mir ein paar Mauerstückchen zu sichern. Ich hatte mir extra ein Hämmerchen dafür mitgenommen. Abends haben wir Bier für ein paar Pfennige in einer Kneipe am Alex getrunken und sind danach mit einer paar Ost-Berlinern weiter nach Moabit gezogen. Es war eine tolle Nacht, nur die Mauerstücke finde ich leider nicht mehr.“
© dpa | Ole Spara

Kaweh Niroomand, 61, Geschäftsführer des Volleyballvereins BR Volleys: „Ich war in der Nacht mit einem Freund in Charlottenburg unterwegs. Als ich gegen 1 Uhr nach Hause wollte, fiel mir auf, dass so viele Menschen auf den Straßen waren. Als ich erfuhr, warum, bin ich mit zehn, zwölf wildfremden Menschen zum Kudamm. Wir haben die Nacht durchgemacht, zusammen gegessen und getrunken. Meine Frau nimmt mir bis heute übel, dass ich sie damals nicht angerufen und geweckt habe. Aber wir hatten damals noch zwei sehr kleine Kinder, deshalb bin ich gar nicht auf die Idee gekommen.“
© dpa | Britta Pedersen

Tini Gräfin Rothkirch, Vorsitzende des Renn-Klubs Hoppegarten: „Ich war an dem Abend in Berlin unterwegs, auf drei verschiedenen Veranstaltungen. Zunächst war ich bei einem Empfang im Axel Springer Haus, direkt an der Mauer. Eine Journalistin stürmte irgendwann in den Raum und berichtete, dass die Mauer offen sei – ich konnte das zunächst gar nicht glauben. Später ging es weiter zum Geburtstag von Ulrich Schamoni in der Hasenheide, wo die Öffnung der Mauer natürlich auch Gesprächsthema Nummer eins war. Später war ich noch auf einer Party in Charlottenburg. Die Gäste haben geweint, diskutiert – und als ich am nächsten Tag zur Arbeit gefahren bin, war der ganze Ku'damm mit Trabbis zugeparkt. Ein skurriles Bild.“
© Jakob Hoff | Jakob Hoff

Axel Schulz, Ex-Profiboxer: „Wir haben am 8. November in meinen 21. Geburtstag gefeiert – und erst einmal gar nichts vom Mauerfall mitbekommen. Die Musik lief, der Fernseher nicht. Erst, als ein paar der Gäste nicht kamen und wir nachfragten, hieß es, sie seien in den Westen gegangen. Da haben wir den Fernseher angemacht – und gleich noch intensiver gefeiert. Welch ein Glück! Die Party was besser als je zuvor. Und bei der nächsten freien Gelegenheit, die ich in meinem Trainingsprogramm hatte, bin ich selbst rübergefahren.“
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