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25 Jahren Mauerfall
So erlebten Künstler und Kulturschaffende den Mauerfall
Die Berliner Morgenpost hat Prominente aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gefragt, wie sie den 9. November erlebt haben. So haben Persönlichkeiten aus der Kultur geantwortet.

Jan Josef Liefers, Schauspieler, Musiker und Regisseur: „Die Nacht des Mauerfalls war eine ehrliche Freude und eine ehrliche Party, auf allen Seiten. Alle lagen sich in den Armen. Ich war in Berlin zu dem Zeitpunkt, hatte Vorstellung im Theater. Und da ich Besuch hatte, Freunde aus West-Berlin, die um Mitternacht wieder drüben sein mussten, waren wir in der Vorstellung und danach noch etwas essen. Wir haben gar nicht mitbekommen zuerst, was abging in der Stadt.
© dpa | Bernd von Jutrczenka

Wim Wenders, Regisseur: „Ich habe den Mauerfall um zehn Tage verpasst. Ich war in der Wüste von Westaustralien, viel weiter kann man von Berlin nicht weg sein. Damals gab es noch kein Mobiltelefon, es gab noch kein Satellitentelefon. Es dauerte fast eine Tagesreise, bis wir in Turkey Creek waren, die nächste Stadt. Da haben wir immer im Drugstore eingekauft. Und da sagte man mir: „Ach, Sie sind doch dieser Deutsche. Da ist Post für Sie gekommen.“ Das waren Faxe mit Thermopapier, rollenweise. Mein Büro in Berlin hat versucht, mir Fotos zuzuschicken. Die waren alEckart von Hirschhausen, Kabarettistle schwarz, eigentlich hat man nichts gesehen, aber wenn man sie unter einem bestimmten Winkel unters Licht hielt, konnte man die Schlagzeile ahnen, konnte ahnen, dass da die Mauer abgebildet war und Leute darauf tanzten.
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Eckart von Hirschhausen kehrt mit „Wunderheiler“ zurück zu seinen Wurzeln - in der UdK© pa/ZB/dpa-ZB | dpa Picture-Alliance / Karlheinz Schindler

Roger Cicero, Sänger: „Ich habe den Mauerfall leider nicht in Berlin erlebt, zu meiner großen Schmach. Das habe ich sehr bedauert. Das war genau in dem Jahr, als ich nach Süddeutschland gezogen bin, um dort mein Musikstudium zu beginnen. Ich habe es leider nur im Fernsehen sehen können. Ich habe meine Freunde in Berlin angerufen, die waren auch alle ganz aufgeregt und haben gesagt: ‚Wir müssen da jetzt hin, tschüss!’ Und ich saß sehr unglücklich in Trossingen, wo ich hospitiert habe.“
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Volker Schlöndorff, Regisseur: „Als wir am 9. November von New York nach Boston flogen, um dort eine Testvorführung zu machen, unterbrach der Pilot das Bordprogramm mit der Ansage: „Ladies and Gentlemen, the Berlin wall just came down!“ Spontaner Applaus der Amerikaner im Flugzeug, für die Freiheit eben nicht nur ein Slogan ist.“
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Franziska Knuppe, Topmodel: „Ich war damals 14 und musste wegen der Schule früh ins Bett. Meine Eltern haben mir am nächsten Morgen alles in Ruhe erzählt. Es war eine sehr spannende Zeit. Die Wochen davor waren eigentlich noch viel spannender, weil die Kinder aus meiner Klasse mit ihren Eltern nacheinander abgehauen sind, das waren sicher zehn Prozent der Mitschüler. Da merkt man dann auch als Kind, dass was im Busch ist.“
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Jürgen Vogel, Schauspieler: „Ich hab’s im Fernsehen gesehen. Ich war live dabei, nur eben vor dem Fernseher, und habe gedacht: Mensch, endlich ist die Mauer weg!“
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Daniel Barenboim, Dirigent der Staatsoper: „Ich hatte Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern und war am 9. November abends noch mit Patrice Chereau essen. Wir hatten Gerüchte gehört, dass die Mauer fallen könnte, aber wussten nichts genaues. Richtig erfahren habe ich es am nächsten Morgen, als die Zeitung unter meiner Zimmertür hindurch geschoben wurde und ich die Nachrichten las. Das war ein unglaublicher Moment. Es hatte ja bereits in den Wochen viele Anzeichen gegeben, aber dass der Mauerfall dann so rasch und friedlich passieren würde, das hätte niemand geglaubt.“
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Martina Gedeck, Schauspielerin: Ich habe an dem Abend Theater gespielt, in Berlin, an der Komödie am Kurfürstendamm. Das Stück hieß „Hereinspaziert, die Tür ist zu“. Der Titel war Programm. In der Pause am der Pförtner ganz aufgeregt, weil er in den Nachrichten gesehen hat, die Mauer soll geöffnet werden. Ich war ganz aufgewühlt, ich hätte beinahe meinen Einsatz verpasst und konnte mich nur schwer konzentrieren. Viele haben das ja nicht glauben können. Ich hatte Bekannte in der Vorstellung, die wollten danach nach Hause. Ich bin dann aber ans Brandenburger Tor gefahren.“
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