Monika Grütters

Einheitsdenkmal auf Schloßplatz soll 2017 fertig sein

Eigentlich sollte das Denkmal zum 25. Jahrestag des Mauerfalls, also am kommenden Sonntag, fertig sein. Doch das Projekt verzögerte sich immer wieder. Jetzt macht die Kulturstaatsministerin Tempo.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn das Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Berliner Schloßplatz an diesem Sonntag, zum 25. Jahrestag des Mauerfalls, eingeweiht worden wäre. So war es es ja auch einmal geplant. 2007, als der Bundestag die Errichtung beschloss, ahnte wohl niemand, wie kompliziert alles werden würde.

Als Signal, dass das Projekt in Berlin im Gegensatz zu seinem Pendant in Leipzig gut vorankommt, wurde das Thema an diesem Mittwoch kurzfristig auf die Tagesordnung des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien gesetzt. Nach Angaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) soll das Denkmal bis zum Ende der Legislaturperiode, also in etwa drei Jahren, fertig und begehbar sein.

Der Bund und das Land Berlin hätten sich über die noch offenen technischen Streitpunkte geeinigt, sagte Grütters. Sie hatte sich kürzlich mit Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) getroffen, dem designierten künftigen Regierenden Bürgermeister von Berlin. Fragen zu Naturschutz, Barrierefreiheit und Denkmalschutz seien geklärt.

Konkret heißt das: Die Fledermäuse, die im Denkmalsockel lebten, wurden nach Tegel zum dortigen Wasserwerk umgesiedelt. Die Rampe für Rollstuhlfahrer wurde noch etwas flacher als ursprünglich geplant. Und die Mosaike aus der Kaiserzeit werden später an einem Ort in der Nähe ausgestellt – wo, steht noch nicht fest.

Waage statt Wippe

Der Bauantrag für das Denkmal soll noch in diesem Jahr gestellt werden. Das ganze Vorhaben, für das der Bundestag zehn Millionen Euro bewilligt hatte, wird wegen der Verzögerungen etwas teurer werden, sagte Grütters. Möglicherweise fließen Mittel aus dem Leipziger Denkmalprojekt, das ebenfalls umstritten war und von der Stadt kürzlich auf Eis gelegt worden war, in das Berliner Vorhaben.

Im Ausschuss wurde der von Johannes Milla und Sebastian Letz weiterentwickelte Entwurf zum Freiheits- und Einheitsdenkmal vorgestellt. „Ein Denkmal in der Mitte der Hauptstadt, das kein Mahnmal ist“, wie Grütters sagte. Es soll zum Mitmachen einladen und der Inschrift „Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk“, zwei der Hauptslogans der friedlichen Revolution vor 25 Jahren, gewissermaßen erlebbar machen.

Denn wenn genügend Menschen, so zwischen 30 und 50, je nach Körpergewicht, auf dem Denkmal stehen und sich einig sind, in welche Richtung sie gehen, bewegt sich die Schale auf der einen Seite bis zu 150 Zentimetern hoch, auf der anderen entsprechend herunter. Weil das nicht mit einem Ruck, sondern einer sanften Bewegung verbunden wäre, zieht Milla die Umschreibung Waage der Wippe vor, von einer Schaukel, dem dritten im Zusammenhang mit dem Denkmal in der Vergangenheit verwendeten Begriff, sprach am Mittwoch niemand mehr. Spätestens in drei Jahren wird das Denkmal ohnehin einen Spitznamen bekommen. Vom Volk.