Mordfall Lamprecht

Toter Junge auf Müllkippe - „Aktenzeichen XY ...“ fahndet

Vor 20 Jahren erschütterte der Mord an dem 13-jährigen Stefan Lamprecht. Seine Leiche wurde auf dem Müll gefunden - mit Stichverletzungen und Vergewaltigungsspuren. Vom Mörder fehlt bisher jede Spur.

Foto: Polizei Berlin

Vor knapp 20 Jahre besucht der 13-jährige Stefan Lamprecht aus Kiel in den Ferien seinen Vater in Berlin. Er kehrt nie zurück. Am 2. August 1995 verschwindet er in Pankow. Sechs Tage später wird seine Leiche auf einer Mülldeponie im brandenburgischen Schöneiche am östlichen Berliner Stadtrand gefunden. Stefans Mörder wurde bisher nicht gefasst. Nun bittet die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ...ungelöst“ (Mittwoch, 20.15 Uhr, ZDF) die Bevölkerung erneut um Hilfe bei der Fahndung nach dem Täter.

Nach den Erkenntnissen der Polizei wurde Stefan Opfer eines Sexualverbrechens. Für das Verschwinden von Stefan gibt es bisher keine Zeugen.

In Kiel hatten pädophilen Männer Kontakt zu dem Berliner Jungen gesucht. Die Kripo hält es für möglich, dass einer der Männer von Stefans Besuch in Berlin wusste und ihn dort abpasste. Es könnte aber auch sein, dass der Täter sein Opfer zufällig auf der Straße traf.

Irgendwo zwischen Prenzlauer Berg und Pankow in der Gegend um Schönhauser Allee und Berliner Straße verschwand der Junge. Er wollte nur kurz seine Badesachen bei einem Freund abholen.

„Sadistische Tendenz“

Laut Polizei lag beim Täter eine „sadistische Tendenz“ vor. Die Kinderleiche hatte Stich- und Schnittverletzungen durch ein Messer und weitere Verletzungen durch eine Vergewaltigung. Außerdem trug sie blaue Müllsäcke wie eine Art Kleidung am Körper.

Am Körper wurden Braunkohlereste entdeckt. Möglicherweise hielt der Täter den Jungen erst einige Tage gefangen, bevor er ihn tötete, die Leiche dann zeitweise in einem Keller versteckte und sie schließlich in einen Müllcontainer einer Wohnanlage warf.

Im August 2013 hatte die Berliner Polizei einen Aufruf mit der Bitte um Hinweise veröffentlicht. Neun Menschen meldeten sich, konkrete Spuren zu einem Täter waren unter den Hinweisen aber nicht.