Zensus-Daten

Der Durchschnitts-Berliner ist jung und heiratsfaul

Fast 40 Prozent der über 16 Jahre alten Berliner sind noch ledig. Deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Die Zensus-Daten des Landesamts für Statistik geben interessante Aufschlüsse.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Berliner heiraten nicht gerne. Fast 40 Prozent der über 16 Jahre alten Hauptstädter sind ledig. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Im Vergleich der Länder steht Berlin damit an der Spitze. Das ermittelte das Landesamt für Statistik in einer Auswertung von Daten, die bei der Bevölkerungszählung (Zensus) im Mai 2011 erhoben worden waren.

Die meisten Unverheirateten gibt es mit etwa 63 Prozent in Friedrichshain. Die meisten Verheirateten leben mit knapp 58 Prozent in Malchow. In einer als „Homo-Ehe“ bezeichneten eingetragenen Lebenspartnerschaft lebten zum Zeitpunkt der Erhebung rund 8700 Berliner, das waren fast 13 Prozent aller Deutschen dieses Familienstandes. Die meisten eingetragenen Lebenspartnerschaften gab es in Schöneberg, es folgten Prenzlauer Berg und Wilmersdorf.

Nach Stadtgebieten ausgewertet liegen nun auch die Zensusdaten zum Alter der Berliner Bevölkerung vor. Der Durschnittswert lag 2011 bei 42,3 Jahren. Damit waren die Berliner ein Jahr jünger als im Bundesdurchschnitt. Jünger sind die Menschen im Schnitt nur in Hamburg. Die jüngsten Bewohner hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (36,7 Jahre), die ältesten lebten in Steglitz-Zehlendorf (45,7 Jahre).

Altersdurchschnitt in Rummelsburg am niedrigsten

Unter den im Vergleich zu den Bezirken kleineren Ortsteilen wies Rummelsburg mit 35,2 Jahren den niedrigsten Altersdurchschnitt auf. Dort wurden am Spreeufer der Rummelsburger Bucht ab Ende der 90er-Jahre viele Neubauten gebaut, in die viele junge Familien mit kleinen Kindern zogen. In Rummelsburg lebten am Stichtag der Erhebung auch die meisten unter Einjährigen. Am zweitjüngsten ist mit einem Durschnittsalter von 36,6 Jahren der Ortsteil Neukölln. Der Ortsteil mit den ältesten Bewohnern war mit im Schnitt 51 Jahren die Stadtrandsiedlung Malchow in Pankow. In Grunewald war mit 5,1 Prozent der Anteil der über 85-Jährigen am höchsten.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung lag im Mai 2011 bei 11,4 Prozent. Die meisten davon waren Türken (25,3 Prozent), gefolgt von Polen (8,4 Prozent). 21,6 Prozent der Berliner gehörten der evangelischen, 9,6 Prozent der katholischen Kirche an.