Mitte

Mitarbeiter des Ordnungsamts mit Pflastersteinen attackiert

Tatort Alexanderplatz: Als die drei Ordnungshüter zwei rauchende Mädchen im Alter von zwölf und 15 Jahren kontrollierten, flogen aus einer Gruppe Pflastersteine auf die Mitarbeiter des Ordnungsamts.

Erneut sind Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Berlin Opfer von Gewalttätigkeiten geworden. Am Montag gegen 19.30 Uhr hatten drei Angehörige der Behörde an der Panoramastraße in Mitte zwei rauchende Mädchen im Alter von zwölf und 15 Jahren überprüft, die sich dort mit einer Gruppe junger Männer getroffen hatten. Diese ärgerten sich über die Aktion und beleidigten die Ordnungshüter lautstark. Die 15-Jährige wollte in der unübersichtlichen Situation flüchten, wurde allerdings daran gehindert. Daraufhin schlug sie einem der Ordnungsamtsmitarbeiter mit der flachen Hand ins Gesicht. Plötzlich warf einer der jungen Männer aus der Gruppe heraus nacheinander zwei Pflastersteine auf die Angestellten des Bezirksamtes, ohne sie allerdings zu treffen.

Um den Angriff abzuwehren, setzten die Angegriffenen Pfefferspray gegen die Gruppe ein und alarmierten die Polizei. Mit Ausnahme der Zwölfjährigen, die gerade überprüft wurde, flüchteten alle Beteiligten. Die inzwischen eingetroffenen Polizeibeamten konnten in Tatortnähe einen 24-Jährigen festnehmen. Dieser warf dabei einen Beutel Cannabis weg. Er wurde wegen des Drogenbesitzes erkennungsdienstlich behandelt. Die Zwölfjährige wurde nach der Feststellung ihrer Personalien ihren Eltern übergeben. Die Kriminalpolizei hat gegen den 24-Jährigen Strafermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs und wegen des Besitzes von Rauschgift eingeleitet. Er wurde schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Wann und ob es zu einem Verfahren kommt, steht noch nicht fest.

Nach Angaben eines Polizeiführers sind die Mitarbeiter der Ordnungsämter vor allem deshalb oft Ziel von Prügelattacken, weil sie von Straftätern mit Polizisten gleichgesetzt werden, aber nicht deren Befugnisse und deren Bewaffnung haben. „Oftmals werden diese Mitarbeiter gar nicht ernst genommen, sondern beschimpft, bespuckt, beleidigt und verprügelt“, so der Beamte. Es sei ein Wunder, dass die Kollegen überhaupt noch jeden Tag zum Dienst gingen.

„Jedes ausgestelltes Knöllchen für Falschparken kann der Auslöser für eine Schlägerei sein“, sagte der Polizeiführer weiter. Im jüngsten Fall sei es noch ein Glück gewesen, dass die Ordnungshüter zu dritt unterwegs gewesen seien. Es käme auch immer wieder vor, dass Frauen des Bezirksamtes einzeln unterwegs sein und sich dann den Attacken der Verkehrsrowdys stellen müssten. „So hart das auch klingen mag, jeder Tag ohne Schramme oder blaues Auge ist ein Glücksfall für diese Mitarbeiter“, so der Beamte weiter. Generell helfe nur noch eine gesellschaftliche Diskussion über Gewalt.