KaDeWe Group

Zentrale der Karstadt-Luxushäuser zieht in die City West

150 Mitarbeiter der neuen KaDeWe Group managen künftig von Tiergarten aus das Geschäft der drei Karstadt-Premiumhäuser in Berlin, Hamburg und München. Was das für das KaDeWe am Tauentzien bedeutet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Oliver Lang / pA/DPA/ Oliver Lang

Bei der Neuausrichtung der drei ehemaligen Karstadt-Premiumhäuser in Berlin, München und Hamburg wird die Zentrale in der Berliner City West angesiedelt. Das KaDeWe (64.000 Quadratmeter), das Oberpollinger (35.000) und das Alsterhaus (24.000) behalten ihre traditionsreichen Namen, sie werden künftig mit dem Zusatz des eigenständigen Unternehmens „The KaDeWe Group“ geführt. Dies zeige die Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen, exklusiven Gruppe, heißt es.

Sitz wird das Bürogebäude Parkside Office Gallery, das ehemalige Trigon, am Katharina-Heinroth-Ufer 1 in Tiergarten unweit des KaDeWe an der Tauentzienstraße sein. An dem zentralen Standort hat die KaDeWe Group eine Bürofläche von etwa 3000 Quadratmetern angemietet.

Wie die vom Eigentümer des Bürogebäudes beauftragte Dupuis GmbH & Co. Asset-Management KG dieser Zeitung weiter mitteilte, erfolgt der Einzug des Unternehmens „The KaDeWe Group“ abschnittsweise bis Dezember 2014. In dem neuen Hauptquartier unweit des Berliner Zoos werden etwa 150 Mitarbeiter aus allen drei Häusern ihren Platz haben.

Blick auf den Berliner Zoo und den Tiergarten

Das 1993 fertiggestellte ehemalige Trigon-Bürohaus am Landwehrkanal mit Blick auf den Berliner Zoo und den Tiergarten wird umfassend modernisiert. Aktuell stehen von insgesamt rund 25.000 Quadratmetern Gesamtfläche noch rund 10.000 für eine Neuvermietung zur Verfügung, teilt Asset-Manager André Pilß weiter mit.

Neben den bisher schon, im Gegensatz zu den anderen Karstadt-Filialen, eigenverantwortlich von den drei Luxuswarenhäusern geführten Bereichen Einkauf und Marketing werden dort dann auch Logistik, Finanzen, Warenwirtschaft und IT gebündelt und künftig vom neuen Head Office gesteuert. Die „normalen“ Karstadt-Warenhäuser des Konzerns haben diese Eigenständigkeit nicht. Sie werden im Unterschied dazu zentral vom Unternehmenssitz in Essen aus gemanagt.

Hauptstadthaus soll Marke prägen

„Ausschlaggebend für die Standortentscheidung ist neben der Zentralität und der Nähe zu unserem Flagship KaDeWe die Möglichkeit, unser Head Office flexibel auf nur einer Etage des Gebäudes unterzubringen“, sagte ein Sprecher der KaDeWe Group. Das KaDeWe soll für die zwei anderen Luxuskaufhäuser der Gruppe in Hamburg und München „stilbildend und prägend für die weiteren Entwicklungen“ sein, wie es in einer Mitteilung der Geschäftsführung heißt.

Rund 50.000 Besucher, zur Weihnachtszeit mehr als 100.000, zählt das 1907 gegründete Warenhaus täglich. Elemente wie der Luxusboulevard und die Gourmetetage würden in Zukunft wesentliche Bestandteile aller Premiumhäuser. Individuelle lokale Besonderheiten sollen beibehalten werden, aber insgesamt sollen die Erscheinungsbilder der einzelnen Häuser vereinheitlicht werden, kündigen die Geschäftsführer von The KaDeWe Group, André Maeder und Roland Armbruster, an.

Gebäude der Warenhäuser gehören zum Unternehmen

Mit mehr als 105.000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche, einem Gesamtjahresumsatz der drei Häuser in Höhe von 600 Millionen Euro und 4500 Mitarbeitern (davon knapp 2000 eigene Beschäftigte) zählen die drei Häuser der KaDeWe Group nach eigenen Angaben zu den bedeutendsten Shoppingzentren Deutschlands und zu den renommiertesten in Europa. Auch die Gebäude der Warenhäuser gehören zum Unternehmen. „Nach dem Erwerb der Premiumimmobilien KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger durch die Signa Retail GmbH sind mit der Übernahme des operativen Geschäfts im Dezember 2013 beide Unternehmensbereiche unter einem Dach“, teilte das Management weiter mit.

In Berlin betreibt der Karstadt-Konzern acht Häuser unter dem Namen Karstadt, hinzu kommen das KaDeWe, die Sporthäuser an der Joachimsthaler Straße und an der Steglitzer Schloßstraße sowie das Karstadt-Bettenhaus an der Augsburger Straße.

Immobilieninvestor René Benko hatte sich mit seiner Signa-Holding bereits 2013 die Mehrheit an den lukrativsten Teilen von Karstadt, den Sporthäusern und Luxushäusern, gesichert. Mitte August dieses Jahres übernahm die Signa-Gruppe dann die restlichen Anteile dieser Sparten sowie die sanierungsbedürftige Karstadt-Hauptkette mit 83 Häusern vom bisherigen Eigentümer Nicolas Berggruen für einen Euro.

In den Karstadt-Häusern werden harte Einschnitte erwartet. Beobachter sprechen von einem beabsichtigten Personalabbau von 20 Prozent bei den 17.000 Karstadt-Mitarbeitern deutschlandweit. Vor allem verlustreiche Filialen sollen geschlossen werden. Nicht betroffen von den Sparplänen sollen die Sport- und Luxuskaufhäuser sein.

Pläne für Karstadt-Komplex am Kudamm

Für den Karstadt-Komplex am Kurfürstendamm, in dem sich auch das Bettenhaus an der Augsburger Straße befindet, hat die Signa-Gruppe schon seit Längerem Pläne. Zusammen mit Unternehmer Harald Huth, der gerade die „Mall of Berlin“ mit 270 Geschäften am Leipziger Platz eröffnet hat, will Warenhauseigentümer Benko den Komplex neu gestalten. Verschiedene Varianten würden derzeit geprüft, heißt es aus mit der Materie vertrauten Kreisen.

Auch ein Komplettabriss des einstigen Wertheim-Gebäudes aus den 70er-Jahren schließen Branchenkenner nicht aus. Für einen Umbau des Areals zu einer Shoppingmall soll Huth auch mit Eigentümern angrenzender Häuser verhandeln. Zusammen mit dem Parkhaus an der Rankestraße und dem Bettenhaus bestünde so die Chance, ein Einkaufszentrum mit 50.000 bis 70.000 Quadratmetern zu errichten.