Ausbildung

Schulexperte prüft neue Modelle zur Erlangung des Abiturs

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Katrin Lange

Foto: Reto Klar

Berlin hat insgesamt 84 Sekundarschulen, die mit Oberstufenzentren kooperieren, um eine Oberstufe anzubieten. Der Schulexperte Brunswicker arbeitet daran, die Akzeptanz der Zentren zu erhöhen.

Immer mehr Integrierte Sekundarschulen (ISS) äußern den Wunsch, eine eigene gymnasiale Oberstufe einzurichten. „Wir schließen daraus, dass die Oberstufenzentren für die Erlangung der Hochschulreife noch nicht richtig akzeptiert werden“, sagt Beate Stoffers, Sprecherin in der Senatsbildungsverwaltung. Klaus Brunswicker, ehemaliger Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule, soll das ändern. Er ist der neue sogenannte Oberstufenbeauftragte, der mit den Sekundarschulen, Oberstufenzentren (OSZ) und Gymnasien neue Kooperationsformen für die Abiturstufe finden soll. So könnten Sekundarschulen zusammenarbeiten oder auch Gymnasien mit Sekundarschulen. Für eine eigene Oberstufe muss es mindestens 50 Schüler geben.

Berlin hat insgesamt 117 Sekundarschulen, davon 33 mit einer eigenen Oberstufe. Das heißt, die Schüler legen nach 13 Jahren das Abitur an derselben Schule ab. Die anderen 84 kooperieren mit Oberstufenzentren, an die die Schüler nach der 10. Klasse wechseln können. Auch dort machen sie nach weiteren drei Jahren das Abitur, allerdings müssen sie noch eine berufliche Fachrichtung wählen. „Offenbar glauben manche, dass an den Oberstufenzentren kein richtiges Abitur abgelegt wird“, sagt Beate Stoffers.

Dabei komme dort zur allgemeinen Hochschulreife auch noch eine berufliche Ausbildung dazu, wovon die Schüler bei der Wahl des Studiums profitieren könnten. Die Aufgabe von Klaus Brunswicker wird es nun sein, verschiedene Modelle zur Erlangung des Abiturs zu prüfen, die auf mehr Akzeptanz stoßen. Erste Ergebnisse sollen Mitte 2015 präsentiert werden.

Weitere Sekundarschulen mit eigener Oberstufe gestartet

In diesem Schuljahr sind zwei weitere Sekundarschulen mit einer eigenen Oberstufe gestartet: die Nikolaus-August-Otto-Schule in Lichterfelde und die Heinrich-von-Stephan-Oberschule in Moabit. Drei weitere Schulen, die Sophie-Brahe-Schule im Plänterwald, die Grünauer Schule und die Wilhelm-von-Humboldt-Schule in Prenzlauer Berg, haben einen Antrag für eine eigene Abiturstufe gestellt. Auch die Refik-Veseli-Schule in Kreuzberg will das Abitur an der eigenen Schule anbieten statt an einem OSZ. Nach Gesprächen mit der Schulleitung und Eltern werde jetzt geprüft, ob die Pflicht, eine berufliche Fachrichtung zu wählen, wegfallen kann, sagte Beate Stoffers.