Shopping-Zentrum

Einkaufen und verlaufen – „Mall of Berlin“ öffnet die Tore

Die „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz ist die kommenden Tage bis Mitternacht offen: Bereits zur Eröffnung bildeten sich lange Besucherschlangen vor dem zweitgrößten Einkaufszentrum der Stadt.

Foto: THOMAS PETER / REUTERS

Als die „Mall of Berlin“ am Donnerstag um genau 10 Uhr öffnet, sieht es zunächst nach einem großen Ansturm aus. Vor den Türen am U-Bahnhof Potsdamer Platz hat sich eine längere Schlange gebildet, und die Besucher rennen zum Teil in das Gebäude hinein. Doch schnell verläuft sich die Masse, und die Gänge des neuen Shoppingcenters erscheinen erstaunlich leer.

Vielleicht ist es die Größe des zweitgrößten Einkaufszentrums der Stadt, das mit seinen 76.000 Quadratmetern viel Platz bietet, um sich zu verteilen. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die Eröffnung einer Shoppingmall an einem Donnerstagmorgen nicht der günstigste Zeitpunkt ist. Wer sich nicht gerade freigenommen hat oder die Schule schwänzt, wird den ersten Besuch wohl auf das Wochenende verschoben haben.

Bauleute arbeiten noch

Der Stimmung von Bauherrn Harald Huth und Carsten Spallek (CDU), Baustadtrat des Bezirks Mitte, kann das aber nichts anhaben. Sie zerschneiden pünktlich die rote Schleife vor dem Eingang. Eine Ansprache gibt es nicht, schließlich wollen die Menschen hinein, und das können sie dann nach langer Wartezeit auch endlich.

Alan Zandi steht in einer kleinen rosa-farbenen Nische und zählt die ersten Einnahmen des Tages. Er ist Manager des Café Lucré. Der winzig kleine Laden im Eingangsbereich fällt durch seine Farbe auf, die sich von den anderen Geschäften absetzt. „Bei uns fotografieren natürlich viele, aber einige haben auch schon etwas gekauft“, sagt Zandi. Er bietet mit seinen Mitarbeiterinnen Torten und Gebäck von verschiedenen französischen Konditoren an. Wenn das Geschäft gut anläuft, soll es bald mehrere Zweigstellen in Berlin geben. Bisher ist der kleine, aber auffällige Stand in der „Mall of Berlin“ aber der einzige Laden in Deutschland. „Gerade sprach uns sogar eine Amerikanerin auf unsere Torten an und fragte, ob wir ihr so etwas auch machen könnten“, sagt er.

Gut dreieinhalb Jahre vergingen vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung. Nach den schwierigen Bauarbeiten, die sich durch Probleme beim Brandschutz in die Länge gezogen hatten, öffneten nun zumindest die meisten Geschäfte in der Mall. Dennoch gibt es hier und dort noch Bereiche, in denen Bauarbeiter spachteln, bohren und sägen. „Es sind vielleicht noch fünf bis acht Geschäfte, die nicht geöffnet haben“, sagt Huth. Auch wenn nicht alles ganz fertig ist, gibt es schon Erweiterungspläne. „Es sollen noch 50 weitere Läden entstehen“, kündigt der Investor an. Es ginge dabei darum, noch mehr Luxusgeschäfte in die „Mall of Berlin“ zu holen. Das Niveau solle möglichst hoch sein, meint er, und etwas Stolz klingt in seiner Stimme mit.

Mit Rabatten wird gelockt

Pascal Meseck und seine Freundin Julia Winkler warten nun schon eine halbe Stunde in der Schlange vor einem Schuhladen. Das macht den beiden aber nichts. Sie warten gern, um ihre Schuhe zu bekommen, und sind dafür extra aus Hennigsdorf gekommen. Der Laden wirbt mit großzügig reduzierten Preisen und lockt so die meisten Besucher an. Die beiden hoffen, die Schlange bald hinter sich zu lassen. Schließlich muss Pascal Meseck am Nachmittag wieder arbeiten. Auch die Berlinerin Ina Wegner ist an diesem Vormittag in der Mall unterwegs.

„Ich wollte schnell mal schauen, wie es aussieht“, sagt sie. Ihr erster Eindruck von dem neuen Gebäude sei sehr gut, nur ein Problem gebe es: „Hier drinnen gibt es keinen Handyempfang“, sagt sie etwas enttäuscht. Eine Lösung für das Problem hat sie aber schon parat. Sie möchte freien Internetzugang für alle. Dass es den in der Mall bereits gibt, hat sich anscheinend noch nicht herumgesprochen. Auffällig an diesem ersten Tag: Nachdem es so viele Probleme beim Brandschutz gab, sind in den Gängen erstaunlich viele Menschen mit blauen Overalls zu sehen, auf deren Rücken in großen Buchstaben „Brandschutz“ steht. Präsenz zeigen. Sicher ist sicher.

Am Nachmittag kommen immer mehr Menschen, um sich die Mall anzusehen. Die Schule ist mittlerweile aus, und so machen sich auch immer mehr junge Menschen auf den Weg zu den 270 Läden. In den kommenden Tagen kann dort bis Mitternacht eingekauft werden.

>> Die Mall of Berlin in der Großbild-Galerie <<