Kreuzberg

Bagger auf der Cuvry-Brache - Polizei räumt neues Zeltlager

Die Holzhütten, in denen Aussteiger, Flüchtlinge und Roma-Familien gewohnt haben, sind verschwunden. Bagger waren angerückt. Die Bewohner hatten bereits zuvor gleich nebenan ein Zeltlager errichtet.

Foto: Steffen Pletl

Die verlassenen Hütten auf der Cuvry-Brache in Kreuzberg sind am Montag von einem Bagger zerstört und weggeräumt worden. Der Besitzer des zuletzt besetzten Grundstücks am Spreeufer will nun einen Zaun errichten lassen und ab 2015 dort Wohn- und Geschäftshäuser bauen.

In den vergangenen Jahren hatten Aussteiger, Flüchtlinge und Roma-Familien auf dem großen Gelände mitten im Ausgehviertel gelebt. Nach einem Brand am Donnerstagabend hatten die Bewohner die Hütten verlassen und wurden dann von der Polizei nicht mehr zurückgelassen.

Wenige Meter weiter hatten frühere Bewohner, teilweise Roma-Familien, auf einem kleinen Platz an der Cuvrystraße am Wochenende einige Zelte aufgebaut. Vertreter des Bezirksamtes hatten versucht, die Initiatoren davon zu überzeugen, ihre Zelte freiwillig abzubauen.

Nachdem die Gespräche zunächst Erfolg versprechend liefen, änderten die Bewohner des Lagers vermutlich unter dem Einfluss von inzwischen eingetroffenen „Unterstützern“ ihre Meinung und verweigerten den Abbau. Die Polizei räumte daraufhin die Zelte am Montag mit einem größeren Aufgebot auf Bitten des Bezirksamtes weg. Etwa 30 Roma und 20 Unterstützer von Flüchtlingen protestierten laut Polizei daraufhin mit einem Sitzstreik und Parolen. Die Stimmung war angespannt.

Privater Wachschutz

Die Cuvry-Brache wird seit dem Feuer von Polizisten und privaten Wachleuten abgesperrt. Auf der Spree lag ein Polizeiboot, um zu verhindern, dass das Grundstück vom Wasser aus erneut besetzt wird. Der Eigentümer habe angekündigt, einen Zaun zu bauen, um eine erneute Besetzung zu verhindern, teilte die Polizei mit. Der Eigentümer plant auf dem Grundstück die sogenannten Cuvry-Höfe mit teuren Wohnungen. Strittig beim Bebauungsplan ist der Anteil günstiger Mietwohnungen.

Wie das Feuer am Donnerstagabend gelegt wurde, ist weiterhin nicht genau geklärt. Die Polizei hatte sechs Männer aus Polen und Estland als mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Sie sollen mehrere Hütten angezündet haben, nachdem sie sich mit anderen Flüchtlingen gestritten hatten. Gegen die 21- bis 45-Jährigen wird wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Inzwischen sind sie alle wieder frei. Die Entscheidung habe die Staatsanwaltschaft getroffen, sagte ein Polizeisprecher.