Widerstand

Linke aus Berlin und Hamburg gegen Olympiabewerbung

Beide Städte wollen die Olympischen Spiele 2024. „Die ganze Welt in unserer Stadt“ lautet das Motto der Berliner Bewerbung. Doch geht es nach den Linken, wird daraus nichts.

Die sportpolitischen Sprecher der Linken im Abgeordnetenhaus, Gabriele Hiller, und in der Hamburger Bürgerschaft, Mehmet Yildiz, halten eine Bewerbung ihrer Städte um die Olympischen Spiele für falsch. Unter dem Motto „Hamburger oder Berliner? Olympisches Wettessen? – Nein danke!“ luden sie zum Gespräch in eine ehemalige DDR-Turnhalle, heute ein Restaurant.

„Das große Fressen hat begonnen“, begann Hiller, die auch Mitbegründerin des Bündnisses NOlympia Berlin ist. Die Anspielung auf den Film aus den 70er-Jahren, bei dem sich vier Freunde treffen, um sich zu Tode zu fressen, war nicht ganz ernst gemeint, wohl aber bewusst gewählt. Denn nach Meinung der Linken sowohl in Berlin als auch in Hamburg ist keine der beiden Städte in der Position, die Olympischen Spiele auszutragen. „Wir sind nicht gegen den Sport. Ich liebe ihn. Aber ich finde lange nicht, dass Berlin die Spiele austragen kann“, sagte Hiller. Die Stadt bräuchte das Geld an anderen Stellen. Fast jedes dritte Kind in Berlin sei arm und es gebe einen Sanierungsstau bei Schulen und Sportanlagen. „Die Stadt hat viel zu erledigen und dafür angeblich kein Geld“, so Hiller. Dieses Argument spiele jedoch bei der Debatte um Olympia keine Rolle.

Berlin plant mit Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro für die Bewerbung und zwei Milliarden für die Durchführung der Spiele. „Die Olympischen Spiele in der Vergangenheit haben gezeigt, dass man auf die geplanten Kosten nichts geben kann“, sagte Mehmet Yildiz. In London seien die Kosten von geplanten 2,6 Milliarden auf 18 Milliarden gestiegen.

Eines der größten Probleme sei, dass die Konzepte der Senate nur Wunschvorstellungen seien, sagte Mehmet Yildiz. „Am Ende hat die Stadt keine Mitsprache mehr und das IOC entscheidet alleine.“ Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit seien dann nur noch schöne Worte. Gabriele Hiller betonte, bevor das Bewerbungsverfahren beginne, müsse der von Klaus Wowereit (SPD) angekündigte Bürgerentscheid stattfinden. „Dann müssen die Kosten aber schon bekannt sein.“