Prozess

66-Jähriger gesteht Missbrauch seiner Stiefenkelin

Jahrelang soll ein Mann in Steglitz seine Stiefenkelin missbraucht haben - das Kind war zu Beginn gerade mal sechs Jahre alt. Vor Gericht legte er ein Geständnis ab.

Ein 66-jähriger Mann hat den jahrelangen Missbrauch seiner Stiefenkelin gestanden. Das Kind sei etwa sechs Jahre alt gewesen, als die sexuellen Übergriffe begannen, erklärte der Angeklagte am Freitag vor dem Berliner Landgericht. „Was ich gemacht habe, war furchtbar, ich bitte für meine Missetaten um Verzeihung“. Die inzwischen 18-jährige Schülerin sagte, sie habe aus Scham lange Jahre geschwiegen.

In der Anklage sind 23 sexuelle Übergriffe in der Wohnung des Stiefgroßvaters in Berlin-Steglitz zwischen 2002 und Ende 2006 aufgelistet. Mehrfach habe er die Szenen gefilmt. Zudem wurden bei dem nicht vorbestraften Mann im Jahr 2011 mehr als 3500 kinderpornografische Bild- und 238 Videodateien gefunden. Das verbotene Material habe er im Internet entdeckt, gab der Angeklagte zu.

Der gelernte Werkzeugmacher sagte, anfangs habe er das kleine Mädchen beim Baden gefilmt und es aufgefordert, nach seinen Wünschen zu posieren. Weil die Enkelin noch so klein war, habe sie sich nichts dabei gedacht und keine Fragen gestellt. Er habe sie mit Geschenken belohnt.

Die Schülerin sagte, sie habe mit etwa zehn Jahren „so langsam begriffen, dass da etwas nicht richtig ist“. Sie habe ihn von diesem Zeitpunkt an nur noch selten besucht und nicht mehr bei ihm übernachtet. Aber erst mehrere Jahre später habe sie Ende 2011 die Kraft gefunden, sich ihren Eltern zu offenbaren. Der Strafprozess wird voraussichtlich am 16. September fortgesetzt.