Tag der offenen Tür

Polizei mit Mini-Wasserwerfer auf der Suche nach Nachwuchs

Diese PR-Maßnahme wird kontrovers diskutiert: Beim Tag der offenen Tür fuhr die Berliner Polizei einen Mini-Wasserwerfer als Spielzeug für Kinder auf. Die freute es zumindest sichtlich.

Eine Drogenspürhunde-Show, Aufklärungsfilme über Wohnungseinbrüche oder ein Parkour mit kleinen Plastikmotorrädern – die Berliner Polizei wollte beim Tag der offenen Tür jedem Besucher das passende Programm bieten. Vor allem für Kinder waren am Sonntag zahlreiche Attraktionen rund um das Direktionsgebäude in Spandau aufgebaut, wo normalerweise Polizeischulverkehr herrscht und die Direktion 2 ihren Sitz hat. So gab es zum Beispiel auch einen Mini-Wasserwerfer, mit dem die Kleinen herumspritzen durften – anscheinend kann man nach Ansicht der Polizei nie früh genug beginnen, das Zielen auf Demonstranten zu üben.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter sorgte der Mini-Wasserwerfer für Kinder für einige irritierte bis ablehnende Reaktionen. Nachdem die Berliner Polizei auf ihrem Profil @PolizeiBerlin_E ein Foto von der Attraktion gepostet hatte mit dem Hinweis „Der Miniwasserwerfer steht bei gutem Wetter für die Kids bereit“, meldeten zahlreiche Nutzer ihre Bedenken an. „DAS ist nicht Euer Ernst“, schrieb etwa Nutzer „pakki“. „Echt jetzt?“ und „Echt seltsam“, schrieben andere. „Bei Schlechtwetter findet die Demo in der Turnhalle statt, oder wie?“, kommentierte ein Nutzer scherzhaft.

„Der kleine Wasserwerfer ist als Spielzeug für die Kleinen gedacht. So ein Gerät gehört nun mal zur Ausstattung der Polizei dazu und wird deshalb auch präsentiert. Da sollte man nicht zu viel reininterpretieren“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Die Polizei wollte sich am Sonntag nicht nur transparent und bürgernah präsentieren, sondern auch um Nachwuchs werben. „Für dieses Jahr gibt es noch immer nicht genug qualitativ ausreichende Bewerbungen“, sagte Kerstin Philipp, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Gründe seien die im Vergleich der Bundesländer schlechte Bezahlung und die ungünstigen Dienstzeiten.

Rund 25.000 Menschen waren bis zum Abend mit dabei

Dennoch kamen bis zum frühen Abend rund 25.000 Interessierte, darunter eben viele Familien mit kleinen Kindern. „Das ist der erste Tag der offenen Tür bei der Polizei seit sieben Jahren und wir freuen uns sehr, dass die Veranstaltung dieses Jahr endlich wieder zustande kommen kann“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. Etwa 1000 Mitarbeiter waren bei der Veranstaltung im Einsatz. Die Jahre zuvor seien keine Überstunden genehmigt worden, weswegen die Veranstaltung nicht stattfinden konnte, hieß es. „Das wichtigste, um für mehr Sicherheit in unserer Hauptstadt zu sorgen, ist die Arbeit Hand in Hand, zwischen Bürgern und Beamten“, sagte Kandt. „und genau das wollen wir heute signalisieren.“ Der Wasserwerfer jedenfalls war im Dauereinsatz.