„Abdeck-Masche“

Trickdiebe gehen auf Beutezug in Berliner Cafés und Kneipen

Die Polizei warnt vor Trickbetrügern: Mit dem sonnigen Spätsommer sind auch sie wieder vermehrt in Berliner Cafés und Biergärten unterwegs. Die Täter nutzen häufig die sogenannten „Abdeck-Masche“.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Der Sommer ist zumindest vorübergehend zurück und die Menschen in Berlin zieht es wieder in Gartencafés und Biergärten. Das machen sich seit einigen Tagen auch wieder die in der Stadt allgegenwärtigen Trickdiebe zunutze. Vor allem die sogenannte Abdeck-Masche kam in den vergangenen Tagen besonders häufig und zudem erfolgreich zum Einsatz.

Vorerst letztes Opfer wurde am Freitagabend eine Frau in Mitte. Gegen 21.40 Uhr saß die 26-Jährige mit einer Freundin im Außenbereich einer Bar an der Straße am Zwirngraben. Plötzlich traten zwei Frauen an den Tisch. Eine von ihnen hielt der 26-Jährigen einen Zettel vor das Gesicht und verwickelten sie in ein Gespräch.

Diesen Moment der Unachtsamkeit nutzte die zweite Täterin und nahm blitzschnell das Handy vom Tisch. Andere Gäste und Lokalangestellte beobachteten den Diebstahl und alarmierten die Polizei. Ein Kellner konnte eine der Diebinnen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Die 20-Jährige wurde vorläufig festgenommen, ihre Komplizin konnte mit dem Handy fliehen.

Taschen und Geldbörsen nicht offen liegen lassen

Erfolgreich mit dieser Masche waren auch drei Rumänen, die ebenfalls am Freitagabend von Zivilfahndern in Kreuzberg festgenommen wurden. Die Ermittler der Sondereinheit „EG Tasche“ hatten die drei Männer längere Zeit dabei beobachtet, wie sie hochwertige Smartphones stahlen. Die Fahnder verfolgten das Trio im Alter zwischen 24 und 28 Jahren geduldig und beobachteten, wie die Trickdiebe in Restaurants und Clubs an die Tische auf den Bürgersteigen herantraten und die Gäste in Gespräche verwickelten. Dabei legten die Diebe Zettel über die Handys auf den Tischen und lenkten die Gäste ab. War das Gespräch beendet, verschwanden die Diebe sehr schnell – mitsamt den Smartphones.

Auf der Suche nach neuen Opfern fuhren die Täter schließlich gegen 22.35 Uhr durch die Adalbertstraße. Die Fahnder folgten zweien der Männer, die das Fahrzeug verlassen hatten und die Außenterrassen der Restaurants der nahen Oranienstraße abliefen. Dort erfolgte dann die Festnahme der drei Männer. Bei der anschließenden Durchsuchung des Fahrzeuges entdeckten die Beamten zwölf gestohlene Handys in Alufolie eingewickelt und in den Sitzpolstern des Wagens versteckt. Auf dem Schwarzmarkt werden diese Geräte mit ungefähr 200 Euro pro Stück gehandelt. Die Diebe wurden einem Fachkommissariat des Landeskriminalamt eingeliefert.

Angesichts der aktuellen Häufung der Delikte warnt die Polizei nochmals nachdrücklich davor, Taschen und Geldbörsen offen und sichtbar herumliegen zu lassen. „Die Täter erkennen ihre Chancen sofort und handeln blitzschnell“, sagte ein Ermittler.