„Maskenmann“-Prozess

Festnahme von Mario K. wurde akribisch vorbereitet

Im Maskenmann-Prozess sagten am Donnerstag Polizisten aus, die an der Festnahme von Mario K. beteiligt waren: Trotz sorgfältiger Ermittlungen – eine Panne hätte den Zugriff fast scheitern lassen.

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Im Maskenmann-Prozess sagten am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) Polizisten aus, die an der Festnahme von Mario K. und den ersten Vernehmungen am 17. September 2013 beteiligt waren. Bekannt wurde dabei auch eine peinliche Ermittlungspanne: Kurz vor dem Zugriff muss K. auf seinem Handy einen unbeabsichtigten Anruf aus der Geschäftsstelle der Frankfurter Staatsanwaltschaft erhalten haben. Als sich K. meldete, soll der Anrufer rasch aufgelegt haben.

„Das erzählte mir der Angeklagte, der schon damals vermutete, ins Visier der Ermittler geraten zu sein“, sagt Kriminalist Maik R. vor Gericht. Er hat mit dem Angeklagten gesprochen, kurz nachdem der von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei im Einkaufszentrum „Forum Köpenick“ überwältigt worden war. Nicht ganz zufällig führte der Ermittler das erste Gespräch mit dem Verdächtigen. R. war bereits im Frühjahr 2013 von der Frankfurter Mordkommission für diesen Job ausgesucht und trainiert worden. „Wir hatten eine Indizienkette und hofften, durch die Vernehmungen weitere Erkenntnisse zu gewinnen, beispielsweise zum Motiv.“

Er selbst sei im Gespräch mit K. zu der Überzeugung gelangt: „Er ist der Maskenmann.“ Was den Kriminalisten verwunderte: K. wirkte auf ihn „erstaunlich unbeeindruckt“. Sichtlich schockiert haben soll den Angeklagten allerdings, dass eines der Opfer ihn an der Stimme wiedererkannt haben will. Wie der Kriminalist sagte, war K. vor seiner Verhaftung unter einem Vorwand ins Arbeitsamt Lichtenberg bestellt und dort heimlich aufgenommen worden. Später habe der Unternehmer Stefan T. diese Stimme als die seines Entführers wiedererkannt. Der Prozess wird fortgesetzt.